Heinz Strunk liest sein neues Werk von einem in Niendorf/Ostsee gestrandeten Möchtegern-Schriftsteller. Und wie! Die, nennen wir sie, kreativ gesetzten Betonungen, die hasplige Satzmelodie, das quäkend-nasale, norddeutsch gefärbte Gefasel. Man könnte glauben, er kann es selber immer noch nicht fassen, dass auf seinem Roman jetzt „Spiegel Bestseller Platz 1“ klebt. Aber genau das macht das Ganze so sympathisch. Nie wieder wird man eins seiner Bücher lesen können, ohne nicht den Strunk‘schen Singsang im Ohr zu haben. Die Story lebt wieder mal von seinen pointierten Beobachtungen und Figurenzeichnungen. Alles getränkt in abgegessenem Welt­ekel. Doch mit einer überraschenden Wendung am Ende. | lk

 

Heinz Strunk, „Ein Sommer in Niendorf“, Herausgeber: tacheles!, Spieldauer: 4 Std. 43 Min, 13,99 €

 

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