Eine rosarote Liebeserklärung an eine Mutter ist dieser im rosaroten Einband erscheinende Debütroman von Lin Hierse. Doch es ist keine einfache Beziehung einer Tochter zu ihrer Erzeugerin, die da in weicher Sprache erzählt wird. Autobiografisch gefärbt (die in Berlin lebende Autorin und Journalistin hat wie die namenlose Protagonistin eine chinesische Mutter) stellt sich eine Endzwanzigerin die großen Fragen des Lebens: Wer bin ich? Und wo gehöre ich hin? Verzweifelt anders will die Tochter sein – und muss doch feststellen, wie ähnlich sich beide letztlich sind. Allen Abgrenzungsversuchen zum Trotz, am Ende gedeiht die einzigartige Nähe, die es nur zwischen Mutter und Tochter geben kann. Ein berührendes Buch. | lk

 

Lin Hierse „Wovon wir träumen“, Verlag: Piper, 2022, 176 Seiten, 18 €

 

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