„Er freute sich über die Pünktlichkeit der Regionalbahn, die schattigen Stellen in seinem Schrebergarten während des Hochsommers und die kleine, verlässliche Flasche Underberg am Ende des Tages.“ Doch die heile Welt von Helmut Gröttrup, 78, endet am Frühstückstisch mit Gattin Irmgard und der Diskussion darüber, wie das perfekte Frühstücksei gelänge. Die in Berlin lebende afro-britische Autorin Sharon Dodua Otoo gewann mit dieser beißenden Kurz­geschichte 2016 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Und das nicht nur, weil sie teils aus der Perspektive des Eis erzählt wird. Abgerundet wird das feine Buch mit zwei weiteren Texten der Autorin und politischen Aktivistin, die es gekonnt versteht, Humor und Gesellschaftskritik zu vereinen. | lk

 

Sharon Dodua Otoo, „Herr Gröttrup setzt sich hin: Drei Texte“, Verlag: S. Fischer, 2022, 64 Seiten, 18 €

 

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