Wer einmal ein Buch geschrieben hat mit dem Titel „Sechs Österreicher unter den ersten fünf“, kann kein schlechter Autor sein. Dirk Stermann (Exil-Duisburger, seit 1987 in Wien wohnhaft) wird in unserem Nachbarland als Fernsehmoderator und Kabarettist gefeiert. Scheinautobiografisch dreht sich sein druckfrischer Roman um einen melancholischen Helden namens Dirk Stermann. Seine Freundin geht zum Arbeiten nach New York, also muss dringend ein Babysitter für Söhnchen Hermann her. Und wird gefunden im ukrainischen Muskelprotz Maksym, der sich als genialer Gegenpol entpuppen wird. Althergebrachte Männer- und Väter-bilder werden seziert und gebrochen. Alles mit einer Quasi-Wiener Melange aus Scheitern und morbider Freude am Zerfall. | lk

 

Dirk Stermann „Maksym“, Verlag: Rowohlt Hundert Augen, 2022, 320 Seiten, 23 €

 

image_printdrucken