Im klimatisierten Saal eines Melbourner Theaters schauen sich drei Frauen ungleicher Generationen ein Beckett-Stück an. Nichts ist dort zu merken von dem ascheflockigen Wind, der von den wütenden Buschfeuern in die Stadt drückt. Wie es die australische Autorin Claire Thomas dann versteht, die Klimakrise mit den Schicksalen der drei Protagonistinnen und dem Theaterstück zu verweben, ist großes Kino. Sie nimmt uns mit in die individuelle Gedankenwelt einer 70-jährigen Professorin, ihrer 40-jährigen ehemaligen Studentin und einer 22-jährigen angehenden Schauspielerin, die sich nur zufällig in der Pause begegnen. Geschickt werden dabei die brennenden Fragen menschlicher Psychologie und sozioökologischer Idiotie erkundet. | lk

 

Claire Thomas „Die Feuer“, Verlag: Hanser, 2022, 256 Seiten, 23 €

 

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