Sasha Marianna Salzmann, nicht binäre Hausautor:in am Berliner Maxim-Gorki-Theater, hat ihren zweiten Roman geschrieben. Und was für einen! Er erzählt vom Schmerz zweier Frauen-Generationen, die zum einen unter der Unterdrückung in der Sowjetunion und zum anderen unter der Entwurzelung im deutschen Exil leiden. Es ist die Geschichte einer Flucht (aus der Ukraine) in eine fremde ostdeutsche Stadt (Jena) – in den 1990ern. Und den daraus folgenden Verlusterfahrungen zweier Frauen sowie der Identitätssuche ihrer Töchter – in der Jetztzeit. So unterschiedlich die vier Leben zunächst erscheinen, eint sie doch mehr als gedacht. Packend und atmosphärisch-dicht erzählt, stand es zu Recht auf der Longlist des Deutschen Buchpreises. | lk

Sasha Marianna Salzmann „Im Menschen muss alles herrlich sein“, Verlag: Suhrkamp, 2021, 384 Seiten, 24 €

 

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