Nina Kunz, Schweizer Kolumnistin des Jahres 2020, legt hier einen unterhaltsam-
schlauen Kolumnen-Band vor, der Tagebuch und Theoriesammelsurium
in einem ist. Spielerisch verwebt sie persönliche Reflexionen (etwa über Leistungsdruck oder Weltschmerz)
mit dem theoretischen Überbau großer Vordenker von Marx über Camus bis Sartre – und das in ihrer süßlichen Sprache, die sie selbst „Chrüsimüsi“-Dialekt nennt.
Überdies erfährt man etwa, warum das koreanische Wort „dabdabhada“ die perfekte Beschreibung des zäh andauernden „betrübt-stickigen“ Pandemiezustands ist, den wir alle so gern überwänden. Gut, wenn man da wie Kunz ein tröstliches Camus-Zitat zur Hand hat: „Die höchste Form der Hoffnung ist die überwundene Verzweiflung.“ | lk

 

Nina Kunz „Ich denk, ich denk zu viel“
Verlag: Kein & Aber, 2021, 208 Seiten, 20 €

 

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