1

Bahnlektüre
Servus Dunkelaustria

Ein Roman mit einem Glossar für allerhand „goscherte“ (vorlaute/freche) Austriazismen, das der bundesdeutschen Leserschaft so wunderbare Ausdrücke wie den Holzpyjama (sarkastisch für Sarg) oder die Spompanadeln (über­flüssiger Unsinn) näherbringt, kann weder überflüssig noch unsinnig sein. Im Gegenteil, er ist ein Genuss, ein bitterkomischer Genuss – vor grauen­vollem Hintergrund. Die Handlung ist an der österreichisch-ungarischen Grenze im geschichtsträchtigen Jahr 1989 angesiedelt und taucht tief ein in die düstere Vergangenheit des fiktiven Städtchens Dunkelblum. Ein dort verübtes Massaker zum Kriegsende ward eigentlich verschwiegen und vergessen. Bis ein rätselhafter Besucher auftaucht und die Dinge in Bewegung geraten. | lk

 

Eva Menasse, „Dunkelblum“, Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2021, 528 Seiten, 25 Euro