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Bahnlektüre
Eindrucksvolle Geschichte

Wer sich im Berlin der Goldenen 1920er- und 1930er-Jahre mondän amüsieren wollte, kam am Haus Vaterland nicht vorbei. Heute ist von dem einst größten und modernsten Vergnügungstempel der Welt am Potsdamer Platz nichts geblieben. Außer eben der Historie des 1928 eröffneten Hauses, die letztlich die Geschichte Berlins und Deutschlands zwischen Kaiserreich und Kaltem Krieg wie kaum ein anderes widerspiegelt. Vom Ideengeber Leo Kronau, dem Unternehmergeist der jüdischen Familie Kempinski, der „Arisierung“ durch die Nazis, dem Bombentreffer im Krieg und dem Nachspiel der Ruine im Niemandsland zwischen Ost und West erzählt die Historikerin Vanessa Constanze jetzt in ihrem reichbebilderten Werk auf äußerst eindrucksvolle Weise. | lk

 

Vanessa Conze, „Haus Vaterland. Der große Vergnügungspalast im Herzen Berlins“, Verlag: Elsengold, 2021, 160 Seiten