An wem Juli Zehs Bestseller „Unterleuten“ noch spurlos vorbeizog, hat jetzt erneut die Gelegenheit, tief in den gefeierten Kosmos der in Brandenburg lebenden Autorin einzutauchen. Denn auch „Über Menschen“ spielt wieder in einem fiktiven Prignitzer Dorf und handelt dabei en passant die großen Themen unserer Zeit ab: Corona, Klimawandel, Alltagsrassismus, Stadt-Land-Gefälle. Protagonistin und Berliner „Großstadtflüchtling“ Dora will sich versichern, dass sie alles richtig gemacht hat: „Dass der plötzliche Kauf eines alten Gutsverwalterhauses,
sanierungsbedürftig und fernab aller Speckgürtel, keine neurotische Kurzschlussreaktion war, sondern der nächste logische Schritt auf dem Wanderweg ihrer Biographie.“ Ob das hinhaut? Man lese selbst. lk

 

Juli Zeh „Über Menschen“, Verlag: Luchterhand, 2021, 416 Seiten

 

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