Was für ein Glück, dass die „geistigen Tankstellen“ (Kultursenator Lederer frei nach Helmut Schmidt) in Berlin geöffnet sind! So konnte uns Harald Kirchner von der Buchhandlung Ludwig Wilde dieses „melancholische, aber keineswegs larmoyante Werk“ mit auf die Reise geben. Der Autor Dmitrij Kapitelman schreibe „im besten Sinne journalistisch“ und mache dank kurzer knackiger Kapitel und einer klaren Sprache seinem Namen alle Ehre. Der Protagonist der autobiografisch gefärbten Erzählung entspringt einer aus der Ukraine geflüchteten Familie und versucht jetzt – mit all den Hindernissen der (deutschen und ukrainischen!) Bürokratie konfrontiert – Deutscher zu werden. Stoisch erzählt und mit einem Blick voll bittersüßem Humor. | lk

Dmitrij Kapitelman „Eine Formalie in Kiew“, Verlag: Hanser Berlin, 2021, 176 Seiten

 

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