Bahnlektüre
Hintergrund für Liebe

„Ein großes Glück“, nennt Jörg Braunsdorf von der Tucholsky-Buchhandlung das heutige Werk. Denn eigentlich war der autobiografische Roman nicht zur Veröffentlichung gedacht von seiner Autorin, der bedeutenden Verlegerin Helen Wolff (Ehefrau des berühmten Verlegers Kurt Wolff). 26 Jahre nach ihrem Tod erschien er 2020 dann doch und in Verbindung mit einem literarischen Essay über die realen Hintergründe – geschrieben von Wolffs Großnichte. Der Roman ist eine sommerliche Liebesgeschichte, die in den 1930ern spielt und damit auch die gesellschaftspolitischen Umwälzungen Europas widerspiegelt. Durch die Kombination beider Texte ergebe sich eine wechselseitige Aufwertung, die enormes Lesevergnügen bereite, so unser Bücherpate. | lk

Helen Wolff „Hintergrund für Liebe“ (mit einem Essay von Marion Detjen), Verlag: Weidle, 2020, 216 Seiten