Bahnlektüre
Was am Ende übrig bleibt

„Es ist zwar nur so’n schmales Dingchen, aber perfekt für die S-Bahn und es macht ganz viel mit einem und außerdem war es mein erstes Lieblingsbuch dieses Jahr“, steigt Claudia Hüpenbecker von der Buchhandlung mit dem passenden Namen „Unforgotten Books“ beschwingt ins Gespräch ein. Protagonistin Michka, eine zunehmend gebrechliche und vergessliche Dame (und Holocaustüberlebende) ist damit konfrontiert, im Alter nicht mehr wirklich selbständig zu sein. Ihr zur Seite stehen ihre Ziehtochter Marie und der Logopäde ihres Seniorenheims. Im Kern gehe es in dem Buch darum, was wir für einen Einfluss auf andere Menschen haben und um das, was am Ende des Lebens (im optimalen Falle) übrig bleibt: Dankbarkeit nämlich. lk

Delphine de Vigan „Dankbarkeiten“, Verlag: DuMont, 2020, 176 Seiten, ISBN 978-3832181123