Ein brillant geschriebener historischer Roman mit Lokalkolorit geht uns da dank Nina Wehner von der Buchhandlung Die Buchkönigin ins Netz. Den Erzählrahmen bildet eine Privatfehde über die Ausrichtung der Nationalgalerie zwischen deren Direktor Hugo von Tschudi und Kaiser Wilhelm II. Ersterer ein Verehrer der Pariser Moderne in Form der Impressionisten, Letzterer ein Verfechter der deutschen Ablehnung alles Französischen. Wer letztlich zum Glück die Oberhand behielt, lässt sich heutzutage in der Alten Nationalgalerie bestaunen. „Und das derzeit angenehm ungestört“, verrät uns Buchkönigin Nina. Kurzweilige viereinhalb Stunden verbrachte sie letztens dort mit den im Buch so bewundernswert beschriebenen Monets und Manets. | lk

Mariam Kühsel-Hussaini „Tschudi“, Verlag: Rowohlt Buchverlag, 2020, 320 Seiten, ISBN 978-3498001377

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