Heute stellen uns Jean und Lorena von der auf (Sub-)Kultur und Natur spezialisierten Buchhandlung Zabriskie ein Werk mit einem
bizarren Protagonisten vor. In dem essayistischen Sachbuch geht es um einen Pilz mit Namen Matsuke, der auf der gesamten Nordhalbkugel vorkommt, insbesondere aber in Japan als teures Objekt der Begierde gehandelt wird. Das Besondere an ihm: er gedeiht am besten an Orten der (menschengemachten) Verwüstung. Sei es damals auf den Trümmern Hiroshimas oder heute in den ausgebeuteten Waldregionen Oregons. So wird der kleine Pilz im Verlauf zu einem großen Musterbeispiel für die Betrachtung unseres kapitalistischen, zunehmend ruinösen Systems. Ein Beispiel für wachsende Wendigkeit und Widerstandskraft. | lk

 

Anna Lowenhaupt Tsing „Der Pilz am Ende der Welt: Über das Leben in den Ruinen des Kapitalismus“, Verlag: Matthes & Seitz, 2019,
445 Seiten, ISBN 978-395757809

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