„Klar bin ich gern mit der S-Bahn unterwegs, da kann man einfach besser rausgucken als in der U-Bahn.“ Heute schaut unsere Bücherpatin Anna jedoch nicht gebannt aus dem Fenster, sondern in das 2017er-Werk von Juli Zeh. Wärmstens empfohlen wurde ihr selbiges, das brandaktuell Bezug nehme zu den derzeit hochkochenden gesellschaftspolitischen Ereignissen. Im Kern geht es um eine perfide Firma, die prüft, ob die Verlierer der Gesellschaft suizidal genug sind, um mit ihnen Geld als Terrorattentäter zu verdienen. Ein blühendes Businessmodell – bis sich das Blatt wendet. Zu nah an der Realität für eine Dystopie, zu „überspitzt nihilistisch“ für eine ernste Gesellschaftskritik. Aber hochspannende Krimiunterhaltung für die Fahrt! | lk

 

Juli Zeh „Leere Herzen“, Verlag: Luchterhand Literaturverlag, 2017, 352 Seiten, ISBN 978-3630875231

image_printdrucken