Als 1842 an der ebenerdigen Bahnstrecke Berlin – Frankfurt (Oder) der Bahnhof „Cöpenick“ mit zwei Seitenbahnsteigen errichtet wurde, war die Bahnhofstraße nur ein Feldweg. Der damalige Bürgermeister hätte die Station zwar lieber näher an der Altstadt gesehen, aber die Ackerbauern fürchteten den Funkenflug der Dampfzüge. Sie hatten Angst, die Scheunen und der Heuplatz könnten in Brand geraten. Die Landwirte setzten sich durch, der Bahnhof wurde einige hundert Meter entfernt gebaut. Zwölf Züge hielten damals täglich in Cöpenick, die Fahrzeit nach Berlin betrug 25 Minuten.

180 Jahre sind seitdem vergangen, zahlreiche Reisende haben den Bahnhof in der Vergangenheit passiert – und es könnten künftig noch ein paar mehr werden. Denn Köpenick soll bis 2027 vom S-Bahnhof zum S- und Regionalbahnhof umgebaut werden. Die notwendigen Arbeiten beginnen im kommenden Jahr. Ab 2027 sollen dort dann Züge des RE 1 halbstündlich, in der Hauptverkehrszeit alle 20 Minuten halten.

Der geplante Umbau umfasst einen rund drei Kilometer langen Streckenabschnitt. Vorgesehen ist ein zusätzlicher Bahnsteig für den Regionalverkehr an zwei neuen Gleisen. Zudem werden drei Zugänge geschaffen: Westlich mit Personenüberführung der Bahnhofstraße, aus dem Empfangsgebäude und aus der östlichen Personenunterführung der Bahn­anlagen. Der neue Regionalbahnsteig bekommt zudem zwei Aufzüge, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Der S-Bahnsteig wird künftig ebenfalls besser erreichbar sein – dank eines neuen westlichen Zugangs mit Personenüberführung der Bahnhofstraße und eines neuen Zugangs aus der östlichen Personenunterführung. Im Bereich des östlichen Zuganges wird auch ein weiterer Aufzug errichtet.

Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Köpenick wird in Richtung Elcknerplatz verbreitert. Darüber hinaus werden Stützbauwerke und rund vier Kilometer Schallschutzwände gebaut sowie vier Eisenbahnbrücken erneuert und erweitert.

 

Der Regionalbahnhof Köpenick gehört zum Großprojekt „Ausbau der West-Ost-Magistrale von Berlin zur polnischen Grenze bei Frankfurt (Oder)“.

Der neue Regionalbahnhof ist ein wichtiger Bestandteil des Berliner Verkehrskonzepts. Derzeit läuft die Ausschreibung der Bauleistungen.

Vorgezogene Umweltmaßnahmen haben unter anderem mit der Errichtung von Ersatzquartieren für Zauneidechsen auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände in Friedrichshagen begonnen. Witterungsbedingt werden die Tiere ab dem Frühjahr umgesiedelt.

 

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