Einmal Berlins historische Bahnstrecken aus der Perspektive eines S-Bahn-Cockpits erleben? Möglich wird das mit dem ersten Fahrsimulator der ehemaligen  Deutschen Reichsbahn (DR), der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert. Aus diesem Anlass findet am 2. und 3. November ein Tag der offenen Tür statt. Der Fahrsimulator wurde 1969 in Halle (Saale) als Diesel- und E-Lok- Simulator gebaut. Die Bahnstrecken wurden mittels Schmalfilmkamera aufgenommen und über einen Projektor auf eine Leinwand  gestrahlt. Der Lokführer nutzte im Inneren der Fahrkabine reale Bedienelemente einer Lokomotive und eine vierseitige Kabinenbewegung simulierte dabei authentisches Fahrgefühl. Im Jahr 1989 wurde der Simulator nach Berlin-Marzahn umgesetzt, zur damals dort neu gebauten Reichsbahn- Ausbildungsstätte. An diesem Standort wurde er auf die S-Bahnbau- reihe BR 477 umgerüstet.

Zehn verschiedene S-Bahn-Strecken wurden mit einer Videokamera gefilmt, sie zeigen Berlin zwischen 1990 und 1994. Mittels Laserdisk- Bildplatten, Bildsteuer-Computer und Beamer werden sie auf den Bildschirm der Fahrkabine projiziert und werden bis heute dort genutzt. Der Fahrsimulator war bis Ende 1996 für die Ausbildung der Berliner S-Bahn-Trieb- fahrzeugführer im Einsatz. Nach seiner Außerdienststellung gründete sich eine ehrenamtliche Museumsgruppe beim Bahnsozialwerk (BSW) Berlin, deren engagierte Mitarbeiter in ihrer Freizeit den Simulator pflegen.

Die beiden Tage der offenen Tür finden am 2. und 3. November jeweils von 11 bis 17 Uhr statt, Otto-Rosen- berg-Straße 6. Der Simulator kann besichtigt und gegen eine kleine Spende auch genutzt werden. Für das leibliche Wohl ist mit Würstchen, Kaffee und Kuchen ebenfalls gesorgt.

historischerfahrsimulatorberlin.de

Anfahrt: S-Bf Raoul-Wallenberg-Straße S7* sowie ca. 2 Minuten zu Fuß, Weg ist ausgeschildert

* Bitte Bauarbeiten beachten

 

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