Das Ziel ist klar und es ist ambitioniert: „Der neue Flughafen Berlin Brandenburg soll der Flughafen mit der besten Eisenbahnanbindung werden“, sagt Alexander Kaczmarek, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn (DB) für das Land Berlin. Seitens der Bahn ist dafür alles getan, der Bahnhof ist startklar – und das seit neun Jahren. „Wir hatten unsere Gleise und Bahnsteiganlagen bereits zum ursprünglich vorgesehenen Termin im Oktober 2011 fertiggestellt“, sagt Kaczmarek weiter. „Und auch jetzt sind wir wieder gut vorbereitet, wenn der Flugbetrieb beginnt.“


Der neue Berliner Flughafen soll am 31. Oktober 2020 eröffnet werden.

 

Das soll nach derzeitigem Stand am 31. Oktober 2020 der Fall sein. Laut Verkehrsprognose aus dem Planfeststellungsverfahren befördert die Bahn dann 125.000 Fahrgäste pro Tag zum BER. „Wir schaffen das und noch mehr“, sagt Alexander Kaczmarek. Alle zehn Minuten werde eine S-Bahn, alle 20 Minuten ein Regionalexpress in den neuen Flughafenbahnhof einfahren. Reisende sind mit der S9 vom Berliner Hauptbahnhof innerhalb von 50 Minuten am Ziel, mit dem Flughafen- Express reduziert sich die Fahrzeit auf 30 Minuten – und langfristig sogar auf 20 Minuten, nach Inbetriebnahme der Dresdner Bahn (Strecke vom Berliner Südkreuz nach Blankenfelde). Das soll Ende 2025 der Fall sein. Ab Oktober erfolgt die Anfahrt für den Flughafen- Express aber zunächst über die östliche Anbindung (Görlitzer Bahn). Außerdem werde die Linie 17 – der Fernzug von Dresden nach Warnemünde – ebenfalls am BER halten. „Wir sind bemüht, den Flughafen an die Fernbahn anzubinden“, sagt Alexander Kaczmarek. Der Halt sei zwar grundsätzlich auch für einen ICE geeignet, die Länge der Fernbahnsteige sei dafür ausreichend. „Aber kurze Fahrzeiten sind das wichtigste Qualitätsmerkmal – und das wäre bei einem ICE-Halt wegen des zu fahrenden Umwegs nicht mehr gegeben“, macht Kaczmarek deutlich.


Einfahrt durch den Tunnel in den Bahnhof „Flughafen BER Terminal 1 – 2“

 

Zum Anschluss des neuen Bahnhofs an das Streckennetz der DB wurden 18,5 Kilometer Strecke für den Fern- und Regionalverkehr sowie 8,6 Kilometer für die S-Bahn neu errichtet. Die neu gebauten Bahnanlagen mussten fortlaufend kontrolliert und für einen sicheren Betrieb instand gehalten werden. Zum Beispiel wurden – unabhängig von der tatsächlichen Verkehrsbelastung – alterungsbedingt Leuchtmittel oder Akkus der Sicherheitsbeleuchtung erneuert. Mit regelmäßigen Fahrten werden Tunnel und Bahnhof außerdem belüftet. Das Zusammenspiel zwischen dem BER-Hauptterminal und dem Tiefbahnhof wurde im Januar 2020 mit der sogenannten Wirk- und Prinzipprüfung bestätigt. „Es wird vor Ort ein Reisezentrum geben, aber ansonsten handelt es sich hier um einen ferngesteuerten Bahnhof“, erläutert Alexander Kaczmarek. Auch sei man noch in Gesprächen mit dem Flughafen über eine Check-In Möglichkeit für das Gepäck in der Stadt. „Wir müssen schauen, ob das sinnvoll ist. Aber es wäre in jedem Fall eine gute Serviceleistung, das Label schon zu haben, wenn man am Flughafen ankommt.“


Noch herrscht auf den Bahnsteigen des neuen Bahnhofs einsame Leere. Fotos (3): Stjepan Sedlar

 

Der Bahnverkehr starte zudem nicht erst am Eröffnungstag des Flughafens. Mit den Fahrdienstleitern würden bereits im Vorfeld Simulationen zum Betrieb am PC durchgeführt, um mögliche Fehlerquellen aufzudecken. „Wir wollen, dass das Ding jetzt endlich ein Erfolg wird“, schließt Alexander Kaczmarek.

 

Rettungsübung im April

  • Die neuen Flughafen-Bahnhöfe werden „Flughafen BER Terminal 1 – 2“ und „Flughafen BER Terminal 5“ (ehemals „Flughafen Berlin-Schönefeld“) heißen.
  • Vor Aufnahme des Flugbetriebs ist im April noch eine gemeinsame Rettungsübung für Bahnhof und Terminal mit rund 800 Darstellern geplant.
  • Die Kosten für den Flughafenbahnhof einschließlich der neu gebauten Verbindungsstrecken belaufen sich auf rund 675 Millionen Euro.
  • Der Bahnhof verfügt über sechs Bahnsteiggleise – zwei für die S-Bahn, vier für die Fernbahn.
  • Die Fernbahn-Bahnsteige sind 405 Meter lang, die für die S-Bahn 152,5 Meter.
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