RE10, RB43, RB49, RE3, RE15, RE18, RB31 und RE5: Auf acht verschiedenen Linien ist Amina Ali bisher als Zugbegleiterin für DB Regio Nordost gefahren. Und jede einzelne kann sie mit Start und Ziel in Windeseile aufzählen. So schnell, dass es schwerfällt, sich alle Stationen zu merken, wenn sie begeistert davon erzählt. Auch nach fast einem Jahr Ausbildung ist es für die 19-Jährige noch spannend, zusammen mit ihrem erfahrenen Kollegen auf der Schiene unterwegs zu sein und die Fahrkarten der Reisenden zu kontrollieren oder ihre vielen Fragen zu beantworten: Wie komme ich von A nach B? Wann fährt ein Anschlusszug? Wo muss ich umsteigen?

„Geduld ist wichtig“, sagt sie. „Wenn Fahrgäste sich freuen, weil ich weiterhelfen konnte, macht mich das glücklich.“ Kann sie mal eine Frage nicht beantworten, springt ihr der Kollege zur Seite.
„Wir sind ein richtig gutes Team, auch Späße und Humor kommen nicht zu kurz.“ Unterwegs sind die beiden in Cottbus und Umgebung, bis nach Berlin, Leipzig oder Dresden.


Praxiserfahrungen sammeln: Damit Amina Ali später die Schichten ihrer Kolleg:innen perfekt planen kann, lernt sie während ihrer Ausbildung die Region als Zugbegleiterin kennen. Foto: privat

Planungs-Profi

Nach Abschluss ihrer dreijährigen Ausbildung bei DB Regio Nordost wird sie jedoch nicht auf der Schiene unterwegs sein, sondern als Kauffrau für Verkehrsservice arbeiten mit dem Schwerpunkt Disposition. Einblicke in die Bahnpraxis sind wichtig, damit sie später ihren Job gut meistern kann. Sie legt dann zum Beispiel fest, welche Schichten die Kundenbetreuer:innen im Nah­verkehr übernehmen oder wann und wo die Lokführer:innen unterwegs sind. Dabei muss sie die Pausenzeiten der Mitarbeiter:innen im Blick behalten oder Ersatz organisieren, falls jemand krank ist.

Und natürlich sollen nicht nur die Dienstpläne genau stimmen, sondern auch die Züge zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Wo ist genug Platz, um sie abzustellen? Reicht die Länge der Bahnsteige? Die Fahrzeuge müssen regelmäßig zu kleinen oder größeren Inspektionen in die Werkstatt, in die Waschanlage oder zwischendurch gereinigt werden. Disponent:innen arbeiten zudem auch in Leitstellen: Gibt es Störungen im Betrieb – zum Beispiel, weil ein Streckenabschnitt gesperrt wird oder eine Fahrt Verspätung hat – muss dort blitzschnell eine Lösung gefunden werden. In welchem Bereich sie Disponentin wird, will Amina Ali nach ihrer Ausbildung entscheiden.


Mal im Büro, mal im Zug: Die Ausbildung zur Kauffrau Verkehrsservice mit dem Schwerpunkt Disposition bietet viel Abwechslung. Da wird‘s nie langweilig! Foto: privat

Bahnerisch lernen

Noch will sie sich nicht festlegen, sondern erstmal alles genau kennenlernen. „Ich durchschaue jeden Tag ein bisschen mehr, wie die Bahn hinter den Kulissen funktioniert, von den Zügen bis zum regionalen Streckennetz oder dem Marketing und Controlling“, sagt Amina Ali. „Da wird die Arbeit im Büro nicht langweilig.“

Stehen Schichten im Zug auf dem Ausbildungsplan, freut sie sich, wenn sie mit ihrer älteren Schwester unterwegs sein kann, die haupt­beruflich als Zugbegleiterin bei DB Regio arbeitet. „Wenn ich zum Beispiel Fragen zu Tarifen und Tickets habe, hat sie immer ein offenes Ohr. Das ist sehr praktisch.“ Mittlerweile haben die beiden Schwestern sogar ihre Mutter für die Eisenbahn begeistert. Sie beginnt demnächst eine Umschulung zur Lokführerin bei einem privaten Unternehmen und lernt bereits fleißig dafür. Ob die Tochter ihr bei der Vorbereitung hilft? „Nein“, sagt Amina Ali schmunzelnd, „sie weiß schon viel mehr als ich über Signale und Fahrzeugtechnik.“

 

Drei Fragen zur Ausbildung als Kauffrau oder als Kaufmann Verkehrsservice – Disposition bei DB Regio Nordost:

Für wen ist die Ausbildung geeignet?
Wer Spaß hat am Koordinieren hat, lösungsorientiert an Probleme herangeht und reaktionsschnelles Handeln mag, ist eine passende Kandidat:in für die Ausbildung. Voraussetzungen sind: ein guter mittlerer Schulabschluss oder Abitur mit Stärken in Geografie, Mathematik und Sprachen. Außerdem sollten Bewerber:innen die Bereitschaft zur Schichtarbeit an Wochenenden und Feiertagen mitbringen.

Welche Vorteile bietet die Ausbildung bei DB Regio Nordost?
Die Ausbildungsinhalte sind vielfältig und die Ausbildungsbedingungen exzellent. Durch die Regionalität wird zudem garantiert, dass die Azubis jeden Abend zu Hause sein können. Es gibt viele Sozial- und Neben­leistungen wie Mietkostenzuschuss oder Freifahrten und ein Gehalt von 1.018 Euro (brutto) im ersten Lehrjahr, zuzüglich Zulagen. Außerdem profitieren Azubis von diversen Fortbildungsmöglichkeiten, Teilnahmen an Messen und Azubi-Veranstaltungen. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung können sie zudem mit einer festen Übernahme rechnen.

Was gilt es bei der Bewerbung zu beachten?
Eine Bewerbung sollte neben einem tabellarischen Lebenslauf mit Foto alle Zeugnisse und praktischen Erfahrungen wie beispielsweise Nebenjobs oder Praktika enthalten. Für den Ausbildungsstart am 1. September 2023 kann man sich bis Ende 2022 bewerben.

Die Bewerbungsgespräche sind bis Februar/März 2023 abgeschlossen.
Unter deutschebahn.com/schueler erfahren Interessierte mehr.

 

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