1

Ausflugstipps für die Osterferien
Der Berg ruft – Berlin für Gipfelstürmer

Die geographischen Höhepunkte der Hauptstadt bieten abwechslungsreiche Aussichten und Einblicke in die Geschichte. Dabei sind sie familientauglich auch ohne großen sportlichen Ehrgeiz zu erklimmen. Rauf auf die Einhunderter! Der Frühling ist da, Sonnenstrahlen, sprießende Knospen und zartes Grün locken raus ins Freie. Spazierengehen ist während der Pandemie ohnehin zum allgemeinen Trend geworden. Wer genug vom abwechslungsweise rechts um den Block, links um den Block hat, dem legt punkt 3 die Berliner Berge ans Herz.

Beim Aufstieg müssen zwar nicht allzu viele Höhenmeter überwunden werden, aber der Kreislauf kommt immerhin in Schwung. Statt komplizierter Ausrüstung braucht man hier nur leichtes Gepäck: Ein bisschen Proviant und vielleicht einen Drachen. Oben angekommen belohnt der Ausblick über Stadt und Umland.

Fünf Einhunderter hat die Hauptstadt, nur zwei davon sind natürliche Erhebungen, die in der Eiszeit entstanden. Die meisten anderen wurden, genau wie viele weitere in der Stadt, nach dem Zweiten Weltkrieg künstlich aufgeschüttet. Sie bestehen zum großen Teil aus Gebäudetrümmern, Bauschutt und später auch aus Bodenaushub.

 

Ausflug mit Abstand

Während der Corona-Pandemie gelten grundsätzliche Pflichten zur Verringerung der Infektionsrate durch das Coronavirus. Diese beinhalten unter anderen die Wahrung des Mindestabstandes zu haushaltsfremden Personen und das Tragen medizinischer Gesichtsmasken oder eines Mund-Nasen-Schutzes in bestimmten Situationen.
berlin.de/corona

 

Teufelsberg

Lage: Grunewald, nahe des Teufelsees
Höhe: 120,1 Meter
Ursprung: künstlich, Trümmerberg
Besonderheit: verfallene US-amerikanische Abhörstation

Ein Monument der Geschichte mit verfallenen Bauten wie aus einer anderen Welt – der Teufelsberg zieht Besucher:innen mit seiner ganz besonderen Atmosphäre in den Bann. Zahlreiche Wanderwege führen hinauf, der Anstieg ist für Berliner Verhältnisse tatsächlich steil – deshalb ist der Berg auch bei Mountainbiker:innen sehr beliebt – und es gibt unterwegs dank der Lage im Grunewald eine ordentliche Packung grün. Am benachbarten Drachenberg flattern die bunten Namensgeber in der Luft. Das heute so beliebte Naherholungsziel entstand nach dem Zweiten Weltkrieg, 26 Millionen Kubikmeter Schutt – ein Drittel der Berliner Trümmermenge – wurden hier zwischen 1950 und 1972 angehäuft. Im Kalten Krieg nutzten amerikanische und britische Geheimdienste den Berg für Spionage- und Abhörzwecke. Das Gelände mit den markanten Radarkuppeln ist heute auch eine Streetart-Galerie und kann gegen Eintritt besichtigt werden.

teufelsberg-berlin.de

 

Arkenberge

Lage: Blankenfelde, südöstlich der Gartensiedlung Arkenberge
Höhe: 121,9 Meter
Ursprung: künstlich, Deponieberg
Besonderheit: höchster Berg Berlins

Seit 2015 sind die Arkenberge Berlins höchste Erhebung. Der ursprünglich natürliche Höhenzug an der nördlichen Stadtgrenze gewann seit Mitte der Achtzigerjahre als Deponieberg für Bauschutt zunehmend an Höhe. Rund um den Berg soll ein Naherholungsgebiet entstehen, einen Baggersee gibt es bereits, aktuell ist der Gipfel jedoch nicht zugänglich. Aber auf einer Wandertour von Berlins einzig erhaltenem Dorf Lübars nach Arkenberge erhält man einen guten Eindruck vom Berg.

Die Tourbeschreibung mit Karte gibt es auf berlin.de/forsten/walderlebnis/ausflugstipps/nordosten

 

Ahrensfelder Berg

Lage: Marzahn, Wuhletal
Höhe: 114,5 Meter
Ursprung: künstlich, Schuttberg
Besonderheit: Aussichtsplattform, zwei Berge

Verblüffende Ausblicke auf Marzahn, nach Brandenburg und bis zum Fernsehturm bieten die Ahrensfelder Berge. Die Aussichtsplattform auf dem westlichen Gipfel ist über zwei Wege erreichbar, von hier aus hat man den besten Rundumblick. Wer mit dem Rad unterwegs ist, verbindet diese „Bergetappe“ am besten mit einer Fahrt durchs weitgehend natürlich belassene Wuhletal und kann so auch noch dem Kienberg einen Besuch abstatten.


Foto: visitBerlin/Dagmar Schwelle

 

Kienberg

Lage: Marzahn, Wuhletal
Höhe: 102,2 Meter
Ursprung: künstlich
Besonderheit: Aussichtsturm Wolkenhain, Gärten der Welt

Mit spektakulär luftiger Architektur krönt die Aussichtsplattform Wolkenhain den Gipfel des Kienbergs. Sie war das Wahrzeichen der Internationalen Gartenausstellung 2017. Bei klarem Wetter kann man bis 50 Kilometer weit sehen. Wie viele Berliner Berge ist auch der Kienberg ein Hybrid: Die natürliche Erhebung wurde mit Bauschutt auf die heutige Höhe „aufgepolstert“. An der westlichen Seite des Kienbergs beginnen die Gärten der Welt, die auch immer einen Besuch wert sind.

gaertenderwelt.de

 

Schäferberg

Lage: Wannsee, zwischen Pfaueninsel und Griebnitzsee
Höhe: 103,2 Meter
Ursprung: natürlich
Besonderheit: Fernmeldeturm

Der zweite rein natürliche Berg auf der Liste gehört zur Teltow-Hochfläche. Auf seinem Gipfel thront seit 1964 der markante Berliner Fernmeldeturm, er ist allerdings nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Ruhige Waldpfade laden zum Wandern ein, in der Nähe des Schäferbergs befinden sich weitere sehenswerte Ausflugsziele. Zum Beispiel bietet sich die Kombination mit einem Besuch der Pfaueninsel an.

berlin.de/forsten/walderlebnis/ausflugstipps/suedwesten