Unternehmen | 2019/13 - 4. Juli, S. 4


Gut aufeinander eingespielt für den Ernstfall


Auszubildende der Bundespolizei und von DB Sicherheit trainieren gemeinsam


Was so täuschend echt aussieht – alle Beteiligten sind mit Ernst und vollem Einsatz dabei – ist zum Glück kein Anschlag auf die Bahnanlagen, sondern nur ein sehr wirklichkeitsnahes Rollenspiel. Im Rahmen eines gemeinsamen Lehrgangs üben im und rund um den Bahnhof Neustrelitz Auszubildende der DB Sicherheit und Anwärter der Bundespolizei zwei Tage lang für den Ernstfall.

Polizei
Ein in Tarnfarben gekleideter Mann mit einem nach Molotowcocktail aussehenden Gegenstand in der Hand befindet sich im Gleisbett. Zwei DB Sicherheitskräfte entdecken ihn und rufen „stehenbleiben“. Er lässt den Gegenstand fallen und flieht, die beiden nehmen die Verfolgung auf. Der verdächtige Mann versteckt sich in einem Wäldchen. Gemeinsam mit den hinzugerufenen Bundespolizisten kann er schließlich nach einem weiteren Fluchtversuch gestellt und befragt werden. Foto: André Groth

 

In verschiedenen Szenarien trainieren sie genau das, was sie nach Ende der Ausbildung  praktizieren werden, um für die Sicherheit der Reisenden zu sorgen. Die Ausbilder spielen dabei Taschendiebe und Bestohlene, Randalierer am Bahnhof, Buntmetalldiebe oder Terroristen und konfrontieren die Auszubildenden mit verschiedenen besonders brenzligen Situationen, die diese dann gemeinsam lösen müssen. Geschont werden sie dabei nicht, schließlich sollen sie auch später auf alles gefasst sein.

Anschließend wird ausgewertet: War die Vorgehensweise korrekt? Funktioniert die Kommunikation? Eng zusammenarbeiten, wissen, wo die jeweiligen Kompetenzen der privaten und der staatlichen Kräfte liegen, sich gut abstimmen – darauf kommt es an.

„Gute Kooperation und der komplette Informationsaustausch zwischen allen Kollegen, das ist das wichtigste Lernziel bei diesem Training“, sagt Hauptkommissarin Claudia Schlapmann, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizei am Standort Neustrelitz. Mit Blick auf den gerade ankommenden Zug und einen vorbeifahrenden LKW ergänzt sie:  „Das kann man einfach nicht in der Halle nachstellen, diese Bedingungen hier mit Geräuschkulisse, Wetter, unübersichtlichem Gelände und so weiter.“

Der regelmäßig stattfindende Praxislehrgang ist eine effektive Methode, um den Nachwuchs auf  das „echte Leben“ vorzubereiten. Das finden auch Nils und Sophie, beide absolvieren eine dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Schutz und Sicherheit bei der DB und werden später im Raum Berlin eingesetzt. Zwar begleiten sie auch sonst in ihrem Ausbildungsalltag schon erfahrene Sicherheitskräfte auf der Streife, an diesem Intensivtraining schätzen sie aber die Möglichkeit, schwierige Situationen ganz realitätsnah von Anfang bis Ende durchspielen zu können.

Ein Lerneffekt habe auf jeden Fall eingesetzt, erzählen sie: „Der zweite Durchlauf hat schon deutlich besser geklappt, wir waren souveräner und konnten den Blickkontakt besser halten.“ Ihr Ausbilder Wolfgang Arth empfindet die Möglichkeit der gemeinsamen Übung mit der Bundespolizei als sehr gewinnbringend: „Die Auszubildenden haben dabei Erfolgserlebnisse, wenn sie merken, dass sie die Situationen in den Griff bekommen, das stärkt ihr Selbstbewusstsein. Es ist ein Riesenvorteil, dass sich die zukünftigen DB-Sicherheit-Mitarbeiter und  Bundespolizisten bereits in der Ausbildung kennenlernen, das verbessert die spätere Zusammenarbeit.“

Nina Dennert

 

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