Verbindungen | 2019/11 - 6. Juni, S. 6


Happy Birthday RE1


Vor 25 Jahren startete in Berlin der erste Regional-Express Deutschlands


Der RE1 hat Geburtstag! 25 Jahre ist er am 27. Mai auf den Tag genau geworden. Und die Reisenden bekamen die Geschenke. Zumindest diejenigen, die am 25. Jahrestag unterwegs waren. Den ganzen Vormittag über und  während der kleinen Geburtstagsfeier im Hauptbahnhof Potsdam wurden Törtchen verteilt. Auch wer aus dem Jubiläumszug stieg, der pünktlich um 10.08 Uhr auf Gleis 3 den Hauptbahnhof erreichte, wurde von den Gratulanten Ines Jesse, Staatssekretärin im Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung im  Land Brandenburg, Susanne Henckel, Geschäftsführerin des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg (VBB) sowie Joachim Trettin, Vorsitzender von DB Regio Nordost, mit Geburtstagskuchen überrascht. 

RE1
Foto: Matthias Schäfer
 

Seit einem Vierteljahrhundert geht es im Takt zwischen Frankfurt (Oder), Berlin, Brandenburg (Havel) und Magdeburg. „Der RE1 ist unsere Premiumlinie. Er überschreitet auf seiner Fahrt Grenzen und verbindet seit vielen Jahren die drei Bundesländer Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt“, sagte Susanne Henckel. Wie erfolgreich diese Linie ist, lässt sich am besten an der stetig steigenden Zahl der Reisenden ablesen. Waren es im Geburtsjahr 1994 an Wochentagen noch durchschnittlich 3.900 Fahrgäste pro Tag, so lagen sie vier Jahre später schon bei 10.000. Inzwischen nutzen den RE1 täglich rund 59.000 Menschen. Das sind in etwa so viele Menschen wie die Stadt Frankfurt an der Oder Einwohner hat.

 

RE1 macht sich fit für die Zukunft

Damit sich der RE 1 auch weiterhin prächtig entwickelt, wird in ihn und gleichzeitig in den gesamten Schienennahverkehr kräftig investiert. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die Mobilität im ganzen Land zu stärken. Und dabei denken wir auch immer an den RE1, der die nachfragestärkste Linie ist“, sagte Ines Jesse. Für den RE1 heißt das konkret, dass er mit dem Start des neuen Verkehrsvertrages Elbe-Spree, der im Januar per Ausschreibung vergeben wurde, von Dezember 2022 an nicht mehr nur alle 30, sondern in Spitzenzeiten alle 20 Minuten fahren wird. Auf ganz Brandenburg bezogen kommen innerhalb der nächsten zehn Jahre rund 10 Millionen Zugkilometer dazu, das sind 30 Prozent mehr im Vergleich zu heute, erklärte Ines Jesse weiter.

Außerdem verkehren auf dem RE1, ab Dezember 2022 dann von der ODEG betrieben, neue Züge, in denen es für Fahrgäste 50 Prozent mehr Sitzplätze geben wird. Darüber hinaus sind die neuen Wagen mit WLAN ausgestattet. Das kommt nicht nur den vielen Studierenden zugute, die auf der Strecke zwischen den Uni-Städten Frankfurt (Oder), Berlin und Potsdam unterwegs sind, sondern auch allen anderen Pendlern sowie Touristen.

 

Auf direktem Weg in die Hauptstadt

In nur 25 Minuten verbindet der RE1 unter anderem Berlin mit Potsdam. Das war nicht immer so, erinnerte Joachim Trettin. „Vor dem Start des RE1 war es noch eine Weltreise, um von Potsdam nach Berlin zu kommen.“ Die Züge fuhren Anfang der 1990er-Jahre noch von Potsdam-Pirschheide, dem früheren Hauptbahnhof, nach Schönefeld und von dort über Berlin-Karlshorst zum Berliner Ostbahnhof. Doch mit der Geburt des ersten Regional-Express in Deutschlands ging es auf direktem Weg mit dem RE1 von Potsdam nach Berlin. Damals noch mit einstöckigen Waggons. Heute ist der RE1 standardmäßig mit fünf Doppelstockwagen unterwegs.

Matthias Schäfer