Verbindungen | 2019/10 - 23. Mai, S. 6


Mit dem RE1 zu Gärten, Seen und Schlössern


Der Regional-Express macht zahlreiche Ausflüge möglich


Entlang der Strecke des Regional-Expresses der Linie 1 gibt es viel zu entdecken. Die Orte hinter den Bahnhöfen – egal ob groß oder klein – laden zu spannenden Erkundungs­touren ein. Die Ausflugstipps starten am westlichsten Ende der Strecke, im malerischen Magdeburg, der Hauptstadt Sachsen-Anhalts.

RE1
Das Städtchen Werder ist idyllisch am Wasser gelegen. Foto: Markus Nielbock/CC
 

Die Stadt an der sich Elbe, Elbe-Havel- und Mittelland­kanal treffen, besitzt einen bedeutenden Binnen­hafen und ist ein Industrie- und Handelszentrum. Wahrzeichen – und das bereits seit über 800 Jahren – ist der Magdeburger Dom. Seine West­fassade sowie die Orgel sind während des Zweiten Weltkrieges fast vollständig zerstört worden. Die Arbeiten für den Wiederaufbau erstreckten sich über zehn Jahre – 1955 feierten die Magdeburger die feierliche Wiedereröffnung. Wer das Gotteshaus aus einem besonderen Blickwinkel betrachten will, dem seien die Nachtführungen ans Herz gelegt. Sie finden alle 14 Tage freitags um 22 Uhr statt.

Tagsüber bleibt dann stattdessen Zeit für einen Abstecher nach Burg bei Magdeburg, das namentlich wie ein jüngeres Geschwisterkind der großen Stadt anmutet. Die sogenannte „Stadt der Türme“ war im vergangenen Jahr Schauplatz der Landesgartenschau. Im Mittelpunkt standen der Goethepark, der Weinberg, die Ihlegärten und der Flickschupark. Dort finden auch in diesem Jahr noch zahlreiche Veranstaltungen statt, deren Besuch sich lohnt. Das „Rendezvous im Park“ beispielsweise. Ein Picknick ganz in weiß im Flickschupark am 8. Juni ab 17 Uhr. Oder das Kräuterfest im Knotengarten am 22. Juni von 14 bis 18 Uhr – Eintritt frei.

Ebenfalls kostenlos und mitten in der Natur ist ein Ausflug zum Großen Wusterwitzer See, der mit einem halbstündigen Spaziergang vom Bahnhof Wusterwitz aus zu erreichen ist. Das Urlaubsgefühl stellt sich beim Blick aufs Wasser dann fast wie von selbst ein. Auch Kulturliebhaber kommen in der rund 3.000 Einwohner zählenden Gemeinde auf ihre Kosten. Die Dorfkirche Wusterwitz ist eine Saalkirche mit Westturm, Längsschiff, Querschiff, Chor und Apsis. Sie wurde im romanischen Stil aus Feldsteinen errichtet. Besucher sollten auf jeden Fall einen Blick auf die Deckenmalerei im Inneren des Gotteshauses werfen, bevor sie die Reise mit dem Regional-Express 1 fortsetzen und den nächsten Stopp vielleicht in Werder (Havel) einlegen.

Fernab des Baumblütenfestes lässt sich die rund 23.100 Einwohner zählende Stadt entspannt zu Fuß oder auch mit dem Rad entdecken. Sie ist umgeben von zahlreichen Seen, an deren Ufer man die Seele baumeln lassen kann. Seit 2004 befindet sich zudem ein schöner Wasserwander­rastplatz direkt im Zentrum Werders in der historischen Altstadt. Ein Kinderspielplatz mit Klettergerüsten, Bänken und einem Grillplatz laden zum Verweilen ein.

Zum königlichen Flanieren hingegen lädt das Schloss Charlottenburg unweit des Bahnhofs Berlin-Char­lottenburg ein. Es ist die größte und bedeutendste Schlossanlage der einstigen brandenburgischen Kur­fürsten, preußischen Könige und deutschen Kaiser in der Hauptstadt. Sie gehörte zu den Lieblingsorten von sieben Generationen Hohenzollernherrschern, die einzelne Räume und Gartenpartien immer wieder verändern und prachtvoll ausstatten ließen. Mit dem Ticket „Charlottenburg+“ können einen Tag lang alle Schlösser im Schlossgarten besucht werden.

 

Der RE1
Der erste Regional-Express zwischen Frankfurt (Oder) und Berlin startete am 27. Mai 1994. Mittlerweile hat sich der RE1 zur wichtigsten Pendlerverbindung in Berlin-Brandenburg entwickelt. Sein Konzept hat Schule gemacht: In Berlin und Brandenburg gibt es inzwischen neun weitere REs, in anderen Bundesländern noch mehr. Der RE1 war eine der ersten planmäßig mit 160 km/h verkehrenden Regional-Express-Linien. Wegen der hohen Nachfrage ist 2000 der 30-Minutentakt zwischen Frankfurt (Oder) und Brandenburg/Havel eingeführt worden. Im Jahr seines 20-jährigen ­Jubiläums hatte der RE1 an Wochentagen rund 56.000 Fahrgäste, 2018 waren es bereits rund 64.000 Fahrgäste.