Unternehmen | 2019/09 - 9. Mai, S. 7


Mobile Teams machen Züge vor Ort fit


Schäden werden schneller behoben, das sorgt gleichzeitig für mehr Pünktlichkeit


Werkstatt
Björn Roth ist Leiter der Bereitstellung und sorgt mit einem Hightech-Spülgerät dafür, dass alle
Rohrleitungen der Zugtoilette mit Druck gereinigt werden. Foto: Matthias Schäfer
 

Wer hat das nicht schon mal erlebt. Eine Tür am Zug ist unbenutzbar, eine verschlossene Toilette oder ein kaputtes Info-Display. Solche und andere Schäden machen DB Regio Nordost in seinen 140 Fahrzeugen täglich zu schaffen, die in der Werkstatt in Berlin-Lichtenberg gewartet werden. Jeder Zug, der in der Halle ist, steht nicht für den fahrplanmäßigen Betrieb bereit. „Deshalb setzen wir auf mobile Einsatzteams, damit Reparaturen noch schneller behoben werden können“, sagt Bernd Schniering, Leiter Produktion DB Regio Nordost. „Und zwar schon unterwegs. Wir fahren den Schäden quasi entgegen, um sie bereits an den jeweiligen Endbahnhöfen zu beheben“, erklärt er.

Diese Strategie zahlt sich aus. So registriert DB Regio Nordost, dass Züge pünktlicher und Beschwerden von Reisenden weniger werden. Allein zehn Prozent der Arbeitsleistungen erledigen mobile Teams außerhalb der Werkstätten. „Unsere Mitarbeiter sind mit Tablets unterwegs über die sie erfahren, wohin sie fahren müssen“, berichtet Matthias Marcoviciu, Leiter mobile Instandhaltung. „Bis zu 20 Störungen laufen pro Tag auf. Da kommen bei einer Reparatur-Tour von Oranienburg über Brandenburg bis nach Frankfurt an der Oder schnell 300 Kilometer zusammen“, sagt Bordtechniker Frank Schmidt.

Während seiner Arbeit hat er schon die merkwürdigsten Dinge erlebt: „Ich habe bereits Kleidung und Getränkedosen in Toiletten gefunden. Damit verstopft das WC-System und fällt aus“, erzählt Frank Schmidt. Auch Abflüsse oder Wasserhähne werden gestohlen. Doch selbst bei solchen Schäden sind die Teams erfinderisch und schaffen Abhilfe: mit einem provisorischen Wasserschlauch, damit das WC nicht geschlossen werden muss.

Matthias Schäfer