Unternehmen | 2019/09 - 9. Mai, S. 4


Vom Busfahrer zum Lokführer


DB Regio Nordost schult auch 2020 wieder Quereinsteiger um


Quereinsteiger
Alles im Blick im Führerstand: Die Azubis Heiko Schmidt-Dworschak (l.),
Patrick Rinck und Trainer Lutz Büchse. Foto: André Groth
 

Eine neue Herausforderung im Job muss her. Diesen Gedanken hatte Patrick Rinck schon eine  Weile. Also hat er sich auf die  Suche gemacht – und ist bei der Deutschen Bahn fündig geworden. Der 35-Jährige hat im Januar eine Ausbildung zum Lokführer begonnen – als Quereinsteiger. Für Patrick Rinck ging es von der Straße auf die Schiene, denn in den vergangenen 13 Jahren war er als Busfahrer in Berlin tätig.

„Der Beruf des Lokführers ist  doch von vielen ein Kindheitstraum. Ich bin nicht der Typ, der hinter einem Schreibtisch sitzen will und ich bewege gerne große Fahrzeuge“, erzählt der Vater einer Tochter. Er habe schon seit längerer Zeit regelmäßig nach Stellenangeboten bei der Bahn geschaut – und freue sich, angenommen worden zu sein.

Weil DB Regio Nordost gute Erfahrungen mit Menschen gemacht hat, für die es bereits ein Berufsleben vor dem Fahren von Loks gab, sind auch für 2020 weitere Lehrgänge für Quereinsteiger zum Beruf Lokomotivführer geplant. Nach aktuellem Stand soll es jeweils in Güstrow, Stralsund, Berlin-Lichtenberg und Cottbus einen Lehrgang mit zwölf Teilnehmern geben.

Seinem Arbeitsleben auf diese Weise einen neuen Impuls zu geben, das war auch der Wunsch von Heiko Schmidt-Dworschak. Der 46-Jährige ist zwar bereits seit 1989 bei der Bahn tätig, hat bislang allerdings als Zugschaffner, Zugführer und Kundenbetreuer gearbeitet. „Durch meine langjährige Tätigkeit bei der Bahn konnte ich die Aufgaben eines Lokführers kennenlernen – und begann, mich dafür zu begeistern“, sagt der Familienvater. „Ich freue mich, die Chance für die Ausbildung erhalten zu haben.“ Gelernt hat Heiko Schmidt-Dworschak ursprünglich den Beruf des Facharbeiters für Eisenbahnbetriebsdienst.

„Der Vorteil von Quereinsteigern ist, dass sie eine andere Konzentration auf das Lernen legen“, sagt Lutz Büchse, zuständiger Trainer für die Triebfahrzeugführer-Funktionsausbildung. „Weil sie eben aus vielen verschiedenen Sparten kommen.“ Während der zwölfmonatigen Ausbildung zum Lokführer erwerbe der Teilnehmer theoretisches Fachwissen in den Bereichen Betriebsdienst, Bremsdienst und Fahrzeugtechnik, erläutert Lutz Büchse weiter. „Als Grundbaureihe konzentrieren wir uns auf den elektrischen Triebwagen der Baureihe ET 442 – Talent 2 – der in unserer Region auf vielen Strecken zum Einsatz kommt.“

Das Praxistraining an den Fahrzeugen beinhalte außerdem die Inbetriebnahme, das Verhalten bei Störungen und ein Ansagetraining. „Als ausgebildeter Lokführer sorgt man dafür, dass unsere Reisenden sicher, pünktlich und bequem ihr Ziel erreichen“, sagt der Trainer. „Und man kontrolliert die Sicherheitseinrichtungen und die technische Einsatzfähigkeit der Triebzüge.“

Eine große Hilfe, um den theoretischen Teil der Ausbildung praxisnah verstehen zu können, sei der Simulator, berichtet Azubi Heiko Schmidt-Dworschak. „Natürlich ist in diesem Zusammenhang auch das tolle Team der Ausbilder zu nennen, welche uns immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Der Beruf des Lokführers ist ein verantwortungsvoller Job, der viele neue, interessante Menschen und Eindrücke in das eigene Leben bringen kann“, sagt Schmidt-Dworschak.

Das Engagement der Ausbilder Lutz Büchse und Stellvertreter Nico Bock lobt auch Patrick Rinck. „Alle haben jederzeit ein offenes Ohr für unsere Fragen und investieren viel Zeit, um uns zu guten Lokführern auszubilden.“ Außerdem sei er zufrieden mit seiner Klasse. „Wir sind einfach eine tolle Truppe. Man merkt, dass alle gerne hier sind.“

 

Interesse und Einsatzbereitschaft sind gefragt

Die Ausbildung sei jedoch „nicht ohne“, wie Patrick Rinck es ausdrückt. „Man muss bereit sein, auch viel zu Hause zu lernen. Aber wenn der Wille und das Interesse an diesem Beruf vorhanden sind, würde ich jedem raten, die Chance zu nutzen.“

Der Beruf des Lokführers erfordert eine gute körperliche, geistige und psychologische Eignung. Diese wird durch einen sogenannten Bahnarzt festgestellt. Das Seh- und Hörvermögen müssen sehr gut ausgeprägt sein. Außerdem ist eine abgeschlossene Berufsausbildung erforderlich. Idealerweise lag diese im gewerblich-technischen Bereich – also Schlosser, Industriemechaniker, Mechatroniker, Elektriker oder ähnliche Zweige. Aber auch Interessenten aus anderen Sparten können sich bewerben. Das Mindestalter für den Erwerb des europäischen Triebfahrzeugführerscheins ist 20 Jahre.

 

Jetzt bewerben!

Die neuen Ausbildungen zum Lokführer bei DB Regio Nordost sollen am 2. Januar 2020 beginnen. Wer den Beruf des Lokführers ausüben möchte, muss auch die Bereitschaft zu Schicht- und Wechseldienst, sowie zu Diensten an Sonn- und Feiertagen mitbringen. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung bietet DB Regio eine Übernahmegarantie mit festem Arbeitsvertrag.

Interessenten können sich bereits jetzt informieren und bewerben unter: karriere.deutschebahn.com/karriere-de

Außerdem können sie sich auch direkt an DB Regio Nordost wenden. Der Ansprechpartner für Berlin ist erreichbar unter: Tel. 030 29730808