Verbindungen | 2019/07 - 4. April, S. 8


Geburtstagskind mit einmaliger Streckenführung


Seit 5 Jahren fährt der IRE Berlin-Hamburg auf einer beliebten Ausflugsroute


IRE
Der IRE Berlin-Hamburg in Aktion: Im Rahmen eines Fotowettbewerbs schickten vergangenes Jahr
Hobbyfotografen ihre schönsten Motive aus dem Zug an DB Regio Nordost. Foto: DB Regio Nordost
 

Am 14. April feiert ein ganz besonderes Geburtstagskind sein fünfjähriges Bestehen: Auf seiner Strecke durch Sachsen-Anhalt und Niedersachsen, die Reisende für nur 29,90 Euro für Hin- und Rückfahrt erkunden können, ist der IRE Berlin-Hamburg zu einer etablierten Verbindung mit etlichen Vorteilen geworden. Am 14. April 2014
startete der Zug seine Jungfernfahrt, damals herrschte Schmuddelwetter in Berlin, fast, als sollten sich die zahlreichen Gäste schon mal auf ihr Ziel im Norden einstimmen.

Die Route umfasste zunächst die Städte Stendal, Salzwedel, Uelzen und Lüneburg. Am 14. Dezember desselben Jahres kam im Zuge eines Fahrplanwechsels dann noch Rathenow nach dem Halt in Berlin-Spandau dazu. Wer also als Ziel tatsächlich Hamburg hat, der kann für ein Wochenende – beispielsweise für einen Musicalbesuch – stressfrei in die Elbmetropole fahren.

Charmante Ziele in der Altmark

Lohnenswert ist der Stopp unterwegs an jeder der fünf Stationen außerhalb der Berliner oder Hamburger Stadtgrenze: In der Altmark etwa findet sich das kleine Städtchen Salzwedel, das für seinen leckeren Baumkuchen und seine hübschen Fachwerkhäuser in der Altstadt bekannt ist. Die Hansestadt blickt auf eine ganze Reihe bekannter Kinder zurück, darunter Jenny von Westphalen, die spätere Ehefrau Karl Marx’ und  Friedrich Meinecke, der erste Rektor der Freien Universität Berlin.

Spannend ist auch ein Besuch im Winckelmann-Museum in Stendal oder der Spaziergang durch den Optikpark in Rathenow. Besonders empfehlenswert ist ein Stadtbummel durch Lüneburg. Hier lockt das historische Wasserviertel mit seinen vielen berühmten Fischrestaurants oder ein Besuch im Heinrich-Heine-Haus. Je nach Ausgangsbahnhof kann aus so einem Ausflug auch ein Tagestrip werden.

Wer die ganze Strecke ausnutzt, kann vom Berliner Ostbahnhof zum Hamburger Hauptbahnhof gelangen – ganz entschleunigt und mit vielen Eindrücken im Gepäck, die unterwegs gesammelt wurden.

Der IRE Berlin-Hamburg verbindet die beiden Metropolen seit April 2014 täglich zum günstigen Festpreis von 19,90 € für die einfache Fahrt bzw. 29,90 € für Hin- und Rückfahrt innerhalb von 15 Tagen, mit Halt in Stendal, Salzwedel, Uelzen und Lüneburg. Kinder bis einschließlich 14 Jahre reisen kostenfrei mit einer erwachsenen Begleitperson. Alle Informationen sowie die aktuellen Fahrpläne sind auf bahn.de/berlin-hamburg zu finden. Tickets sind online, per DB Navigator-App sowie an allen Verkaufsstellen und Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn, der S-Bahn-Berlin und der BVG erhältlich.

Cosima Grohmann

Riedel
Mario Redel, Leiter Fahrzeugtechnik
DB Regio Nordost

„Gelungene Verbindung zwischen zwei Metropolen“

Herr Redel, wie ist eigentlich die Strecke des heutigen IRE Berlin-Hamburg entstanden?
Mario Redel:
Es vergingen rund anderthalb Jahre bis die Idee zum IRE Berlin-Hamburg Realität wurde. Damals haben wir eine Nachverwendung für eine Reihe von Fahrzeugen gesucht. Da sich die Strecke aber allein durch Fahrgeldeinnahmen tragen sollte – der IRE Berlin-Hamburg ist ja eigenwirtschaftlich betrieben und wird nicht subventioniert – bot sich die Verbindung zwischen den beiden Metropolen Berlin und Hamburg an. Dabei galt es, eine echte Alternative zu Pkw und Fernbus zu schaffen.

Vor welche Herausforderungen wurden Sie bei der Geburt dieser Verbindung gestellt?
Mario Redel:
Im Wesentlichen waren es drei Herausforderungen: Erstens mussten wir ja erst einmal die Fahrplantrasse erstellen, das heißt die planmäßige zeitliche und räumliche Belegung eines Streckenabschnitts durch einen Zug definieren. Zweitens sollte natürlich Pünktlichkeit garantiert sein und drittens mussten wir ein eigenes Marketingkonzept aus dem Boden stampfen, was bis heute sehr erfolgreich ist – übrigens auch durch die andauernde Mitarbeit der Städte und Landkreise, die an der Strecke liegen.

Wer fährt denn heute mit dem IRE Berlin-Hamburg?
Mario Redel:
Wir haben eine gute Fahrgastzufriedenheit und besonders am Wochenende volle Züge. Darunter sind sowohl Pendler, aber auch Ausflügler und vor allem Studierende, denn der Preisvorteil gegenüber dem ICE ist natürlich ein wichtiger Punkt. circa 60 Prozent der Fahrgäste fahren zwischen Berlin und Hamburg und circa 20 Prozent nutzen die Strecke, um von Berlin nach Lüneburg zu reisen – das ist tatsächlich die einzige Direktverbindung.

Woran denken Sie gern zurück?
Mario Redel:
Neben der gelungenen Jungfernfahrt mit vielen prominenten Gästen an allen Haltepunkten bleibt die Aktion unvergessen, mit der sich Salzwedel im Juni 2015 den Fahrgästen als Ausflugsziel vorstellte: Zu diesem Anlass wurden Kostproben des berühmten Salzwedeler Baumkuchens im Zug verteilt! Das kam sehr gut an und machte die Stadt an der ehenmaligen innerdeutschen Grenze bei vielen erst richtig bekannt.

Und welche Aktionen sind geplant?
Mario Redel:
Wir sind am 6. April in Berlin auf dem Brandenburgischen Reisemarkt am Stand 6 zu finden. Lassen Sie sich da von unseren Aktionen überraschen!

Was wünschen Sie Ihrem Geburtstagskind?
Mario Redel:
Wir wünschen dem IRE Berlin-Hamburg viele zufriedene und begeisterte Fahrgäste, die sich für umweltbewusstes Reisen zwischen Berlin und Hamburg entscheiden!