Unternehmen | 2019/07 - 4. April, S. 6


Kein Tag wie der andere


Ausbildung zur Triebfahrzeugführerin bei DB Regio Nordost


Ausbildung
Beatrixe Buschmann hat für sich die richtige Wahl getroffen: Sie wird Triebfahrzeugführerin.
Foto: Nadine Fuhrhop
 

Als Kind schaute Beatrixe Buschmann ihrem Vater, einem Kfz-Mechaniker, gern über die Schulter, wenn er an den Familienautos herumschraubte. „Ich habe mir dann das eine oder andere erklären lassen und so eine Begeisterung für Technik entwickelt“, sagt die 19-Jährige. Dieses Interesse sollte auch im Berufsleben nicht zu kurz kommen und so entschied sie sich für eine Ausbildung zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführerin und Transport, bei der DB Regio Nordost.

„Vor dem Vorstellungsgespräch und Bewerbertag braucht niemand Angst zu haben. Nur den psycholo-gischen Test fand ich etwas schwierig, weil man mehrere Dinge zeitgleich erledigen musste“, berichtet sie.

Inzwischen ist Beatrixe Buschmann im dritten Ausbildungsjahr. Ihren praktischen Teil absolviert sie im Werk Lichtenberg und natürlich auf den Zügen, für die Theorie geht es in die Berufsschule nach Reinickendorf. Die angehende Lokführerin – so verkürzen die meisten ihre Berufsbezeichnung – hat schon eine sehr genaue Vorstellung, wie ihr Arbeitsalltag einmal aussehen wird.

„Die Ausbildung ist sehr praxisorientiert. Weil ich meine künftige Einsatzstelle in Berlin haben möchte, werde ich auf den dort fahrenden Triebfahrzeugen ausgebildet. Bei mir sind das die Elektrobaureihen 112 und 442 sowie der VT 648, welcher mit Diesel fährt“, erklärt die Hauptstädterin. Außerdem ist sie vorerst auf eine Strecke spezialisiert: die des RE3, der zwischen Berlin Hauptbahnhof und Schwedt (Oder) fährt.

Dort kennt sie jedes Vor- und Hauptsignal, jede Eisenbahnüberführung und jede zugelassene Geschwindigkeit. „Aber natürlich ist sie nicht ihr ganzes Berufsleben auf bestimmte Strecken oder Baureihen festgelegt“, erklärt Sebastian Präkelt, Fachkoordinator für die Ausbildung bei DB Regio Nordost. Mit Beginn ihrer Tätigkeit als Triebfahrzeugführerin wird sie weitere Streckenkenntnisse erwerben, die sie bereits von den Ausbildungsfahrten kennt, darunter RE7, RB10, RB14 oder RB24.

„Sollte Beatrixe Buschmann irgendwann umziehen, etwa nach Stuttgart, dann kann sie natürlich auch bei der dortigen S-Bahn anfangen. Das betriebliche Regelwerk gilt von Flensburg bis nach Garmisch Partenkirchen.“

Beatrixe Buschmann ist derzeit die einzige Frau

So weit denkt die Auszubildende noch nicht. Im Mai starten zunächst ihre Abschlussprüfungen, die in sechs Teile gegliedert sind. Doch wieder zeigt sich Beatrixe Buschmann entspannt. Bei DB Regio Nordost ist sie von insgesamt 21 Auszubildenden die einzige junge Frau, die Triebfahrzeugführerin werden möchte. „Das macht mir nichts aus. Ich habe dadurch weder Vor- noch Nachteile“, meint sie. Ausbilder Sebastian Präkelt würde sich freuen, wenn mehr Frauen sich vorstellen könnten, Loks zu steuern.

Beatrixe Buschmann jedenfalls hat gute Gründe, warum ihr Beruf der beste ist: „Kein Tag wird wie der andere sein. Allein schon wegen dem Schichtdienst. Und auf meinem Zug bin ich meine eigene Chefin.“

C. Braun

 

So wird man Triebfahrzeugführer/-in

Entweder über die klassische duale Berufsausbildung („Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport“, Dauer 3 Jahre, Mindestvoraussetzung Hauptschulabschluss) oder über einen sogenannten Quereinstieg (Dauer 9 Monate, Voraussetzung abgeschlossene, möglichst technische Berufsausbildung).

Voraussetzungen
Die Arbeit als Triebfahrzeugführer/-in stellt besondere Anforderungen an die mentale und psycho-physische Leistungsfähigkeit. Damit die Sicherheit des Eisenbahnbetriebs gewährleistet ist, müssen sich Lokführer/-innen bei ihrer Einstellung einer Tauglichkeitsuntersuchung unterziehen. Sie wird alle drei Jahre wiederholt, ab dem 55. Lebensjahr jährlich.

Mehr Informationen vor Ort  
Das DB Regio Werk Rostock, Dalwitzhofer Weg 11, lädt am 6. April zum Tag der offenen Tür ein und stellt seine Ausbildungsberufe, darunter den Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport, vor. In diesem Jahr will die DB insgesamt 4.000 Auszubildende einstellen.

karriere.deutschebahn.com