Verbindungen | 2019/03 - 07. Februar, S. 4


Netz Elbe-Spree im Wettbewerb vergeben


Ende 2022 übernimmt DB Regio Nordost unter anderem RE2 und Flughafenexpress


Es war bundesweit das größte Eisenbahnnetz, das bisher im Nahverkehr ausgeschrieben wurde: 17 Regional-Express- und Regionalbahnlinien, der Flughafenexpress – insgesamt 28 Millionen Zugkilometer umfasst das Netz Elbe-Spree. Jetzt steht fest, welche Bahnverkehrsunternehmen die Strecken in Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ab Dezember 2022 bedienen werden:

PK
DB Regio Vorsitzender Dr. Joachim Trettin, ODEG-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann, Verkehrssenatorin Regine Günther, VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel und Verkehrsministerin Kathrin Schneider (v. l. n. r.) bei der Pressekonferenz zur Vergabe. Foto: VBB/H. Gerecke
 

DB Regio Nordost gewann das Los 2 mit RE2, RE20, dem Flughafenexpress, RB10, RB14, RB24 und RB32 sowie Los 3 mit RE7, RB20, RB21, RB22 und RB23. Los 1 mit dem RE1 ging an die ODEG, ebenso wie Los 4 mit RE8, RB17, RB33, RB37 und RB51.

DB Regio Vorsitzender Dr. Joachim Trettin ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Die Ausschreibung sah vor, dass nicht mehr als zwei Lose gewonnen werden konnten und schloss unter anderem auch aus, dass Los 1 und 2 gleichzeitig an einen Anbieter gehen. Deshalb ist der Gewinn der Lose 2 und 3 für uns eine sehr positive Nachricht. Langfristig werden wir mit dieser Loskombination unser Leistungsvolumen sogar leicht ausbauen.

Dies hilft, Arbeitsplätze in den Zügen und Werken abzusichern. Wir freuen uns nun darauf, künftig unsere Fahrgäste auf den genannten Linien begrüßen zu dürfen und dabei modernisierte Fahrzeuge mit mehr Komfortmerkmalen anzubieten.“

Zu diesen Merkmalen gehört dann der kostenlose WLAN-Netzzugang in allen Zügen, außerdem werden mehr Monitore mit Auslastungsanzeige je Wagen für die Fahrgastinformation zur Verfügung stehen. Jeder Zug wird von Servicepersonal begleitet und die Barrierefreiheit wird ausgebaut.

 

Mehr Angebot – mehr Züge – mehr Qualität

Mit dem Netz Elbe-Spree bringen die vier beteiligten Bundesländer mehr Angebote, mehr Züge und mehr Qualität auf die Schiene. Fünf Millionen Zugkilometer mehr werden ab 2022 gefahren, die Kapazitäten werden durch eine dichtere Taktung und längere Züge erhöht. Auf der Linie RE2 wird dann zum Beispiel ein fünfteiliger Doppelstockzug unterwegs sein, aktuell ist es ein vierteiliger Triebzug. Die Fahrgäste dürfen sich also über deutlich mehr Sitzplätze freuen, es sind 550 statt heute 428.

PK
DB Regio Nordost und ODEG erhielten je zwei große Stücke vom „Kuchen“ Netz Elbe-Spree. Regine Günther,
Kathrin Schneider und Susanne Henckel schnitten zur Feier des Tages eine Torte an. Foto: VBB/H. Gerecke
 

Unter anderem fährt zwischen Berlin und Nauen (RE2) künftig ein zusätzlicher Zug pro Stunde und die Linie RE7 wird zwischen Bad Belzig und Berlin-Wannsee ganztags auf zwei Züge pro Stunde verdichtet.

Das Angebot zum Flughafen BER wird deutlich aufgewertet. Die Vertragslaufzeit für die Verkehrsverträge beträgt zwölf Jahre, der Betrieb beginnt
zum Fahrplanwechsel im Dezember 2022. Der Zuschnitt der Linien beinhaltet zwei Betriebsstufen: Die erste berücksichtigt den Infrastrukturzustand ohne die im Bau befindliche Dresdner Bahn in Berlin. Mit der Fertigstellung der Dresdner Bahn werden weitere erhebliche Verbesserungen für die Fahrgäste erreicht: Insbesondere die Fahrzeiten des Flughafenexpress und des RE8 Fahrzeiten werden aufgrund der neuen Linienführung kürzer.

Mehr darüber, was sich ab Dezember 2022 im Netz Elbe-Spree bei DB Regio Nordost ändert, berichtet punkt 3 in den kommenden Ausgaben.

Das sagt der DB Regio Chef
Dr. Joachim Trettin, DB Regio Vorsitzender

„Dies ist die bestmögliche Variante für DB Regio Nordost, wir freuen uns sehr! Langfristig werden wir mit dieser Loskombination unser
Leistungsvolumen sogar leicht ausbauen. Dies hilft, Arbeitsplätze in den Zügen und Werken abzusichern. “

Das sagt die VBB Chefin
Susanne Henckel, VBB-Geschäftsführerin

„Eine solche Ausschreibung, mit insgesamt 28 Millionen Zugkilometern, einem Mehrangebot von 30 Prozent und einem bunten Strauß an Innovationen hat es in Deutschland noch nicht gegeben.“
 

vbb.de/nes