Historisch | 2019/01 - 10. Januar, S. 9


Jubiläum: Seit 20 Jahren wieder am S-Bahnnetz


Anschlüsse für Hennigsdorf und Spandau


Nach dem Mauerfall 1989 aus der geteilten Stadt wieder eine zu machen, war eine große Herausforderung, dazu zählte insbesondere auch die Wiederherstellung des Schienennetzes der S-Bahn. Die Eisenbahner steckten viel Energie in die Bewältigung dieser Aufgabe. 1998 war eines der „Erntejahre“ der tatkräftigen Arbeit daran, denn es gab wichtige Lückenschlüsse. Das S-Bahnnetz wuchs weiter und stellte wichtige Verbindungen wieder her, unter anderem von Spandau und Hennigsdorf ins Berliner Zentrum.  

„Spandau fährt S-Bahn“

Das war natürlich ein punkt3-extra wert: Am 30. Dezember 1998 erhielt der letzte noch fehlende Berliner Bezirk seinen S-Bahnanschluss zurück. Nach über 18 Jahren Unterbrechung   war Spandau wieder per S-Bahn mit dem Zentrum verbunden. „Der Bahnhof Zoo ist in nur 22 Minuten erreicht, die Friedrichstraße in 31 Minuten ...“, freute sich Konrad Birkholz, damals Bezirksbürgermeister, in seinem Grußwort stellvertretend für alle Spandauer über die wichtige Verkehrsanbindung.

punkt 3 Ausgabe 1989

Die Strecke war, wie viele andere in Westberlin, nach dem Reichsbahnerstreik 1980 stillgelegt worden. Für die Wiederinbetriebnahme des Abschnitts Pichelsberg – Spandau mussten 4,9 Kilometer Strecke neu gebaut werden. Auch zwei Bahnhöfe entstanden neu: Der ehemalige Bahnhof Spandau als S-Bahnhaltepunkt Stresow und der hochmoderne Bahnhof Spandau, der zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt zwischen Fern-, Regional- und Nahverkehr wurde.

Im Vorfeld der Eröffnung ging die S-Bahn sogar auf Sendung. Ein Countdown im Radio (Hundert,6) begleitete die letzten zwei Tage bis zu diesem besonderen Ereignis. Den Höhepunkt bildete die Liveübertragung von der feierlichen Premierenfahrt. S5 und S75 fuhren parallel über die neue Havelbrücke und wurden im Bahnhof Spandau von der historischen Stadtgarde begrüßt.

„Hennigsdorf im S-Bahn-Fieber“

Am 15. Dezember 1998 war es für Hennigsdorf so weit, seitdem fahren S-Bahnen wieder zwischen der Stadt in Brandenburg und Berlin. Der Mauerbau hatte 1961 die Verbindung gekappt, der Bahndamm musste den Grenzanlagen weichen und später schluckte die Autobahn ein weiteres Stück der Trasse.

punkt 3 Ausgabe

So mussten für diesen Lückenschluss zehn Kilometer neu gebaut werden. Eine Investition, die sich direkt gelohnt hat, denn schon einen Monat nach der Wiederinbetriebnahme der Strecke nach Hennigsdorf konnte punkt 3 über die Verdreifachung der Fahrgastzahlen in der S25 berichten.