Unternehmen | 2018/21 - 08. November, S. 5


Doppeljubiläum in Halensee


Am Bahnstandort mit Tradition und Zukunft werden Mitarbeiter gesucht


Diese rotbraunen Klinkermauern atmen Eisenbahngeschichte! 1928 als Schalt- und Gleichrichterwerk Halensee eröffnet, ist und bleibt das Ensemble ein traditionsreicher Berliner Bahnstandort mit Zukunft. Seit 90 Jahren versorgt die Schaltwarte hier das S-Bahnnetz mit Strom, früher war das eine Aufgabe mit hohem Platzbedarf, längst ist der dank des technischen Fortschritts kleiner geworden.

Halensee

Das 90 Jahre alte Gebäudeensemble ist denkmalgeschützt. Das Schalt- und Gleichrichterwerk Halensee
ist ein typischer Bau von Architekt Richard Brademann, der die Berliner Eisenbahnarchitektur prägte.
Fotos (5): André Groth

Die frei gewordenen Räume konnten anderweitig genutzt werden: Die Einrichtung des ersten elektronischen Bedienplatzes der Berliner S-Bahn im Mai 1993 gilt als Geburtsstunde der Betriebszentrale S-Bahn Berlin. Das war der Start, um die rot-gelben Züge von hier aus zentral zu disponieren und zu steuern.

Das Streckennetz umfasst rund 330 Kilometer mit rund 31 Millionen Zugkilometern pro Jahr – ein Hochleistungsnetz! Zwei Drittel der Signale und Weichen im S-Bahnnetz können von hier aus per Mausklick gestellt werden, Voraussetzung dafür ist, dass die Strecke mit der Elektronischen Stellwerkstechnik (ESTW) ausgerüstet ist.

Halensee

Halensee

Arbeitsplätze von gestern, heute und morgen: In Halensee trifft der Charme früherer Eisenbahntage auf hochmoderne Technik.


Bis 2025 Sicherung und Steuerung mit elektronischer Technik

Für den sicheren Zugbetrieb wird seit 2011 das gesamte Streckennetz schrittweise auf das eigens entwickelte Zugbeeinflussungssystem S-Bahn Berlin (ZBS) umgestellt. Ziel ist, das S-Bahnnetz bis 2025 vollständig mit ESTW/ZBS-Technik auszustatten. Dafür wird auch die Betriebszentrale S-Bahn der DB Netz in Halensee erweitert, so dass dann das gesamte S-Bahnnetz in Halensee gesteuert wird.

Das wachsende Streckennetz, auf dem mehr Züge fahren sollen, muss zuverlässig mit Strom versorgt werden. 22 neue Unterwerke entstehen dafür im Stadtgebiet. Investitionsvolumen: 168 Millionen Euro bis 2025. Gleichzeitig werden neue engagierte Mitarbeiter, wie Fahrdienstleiter und Techniker, für diese wachsenden und interessanten Aufgaben gebraucht.

Wer sich für einen solchen Job entscheidet und am Standort Halensee eingesetzt wird, kann sich vielleicht auch einmal das besondere Prunkstück aus vergangenen Tagen anschauen: Die ehemalige Schaltwarte wird als Rückfallebene erhalten und versprüht den Charme früherer Zeiten.

Information
karriere.deutschebahn.com/karriere-de

 

Transformatoren

Dieser und weitere drei Transformatoren machen aus 30.000 Volt Spannung die für die S-Bahn benötigte geringe Spannung von 750 Volt, anschließend wird diese noch gleichgerichtet.

Halensee

Über Schaltbilder für jedes einzelne Unterwerk lässt sich von hier aus die Einspeisung des Stroms steuern – heute geschieht das per Mausklick vom zentralen Standort Markgrafendamm.