Kundenbetreuung | 2018/17 - 13. September, S. 4


S-Bahn Berlin und BVG betreiben gemeinsames Fundbüro


Wie „zehn Euro, zehn Tage und zehn Wochen“ zur Faustregel werden


Gisela Christ, Mitarbeiterin der S-Bahn Berlin und nun im neu eröffneten Fundbüro tätig, legt den Telefonhörer auf und nickt einem Kunden zu. Das Signal ist durchaus positiv zu deuten. An den Kunden gewandt erklärt Christ: „Sie haben Glück! Auch wenn Ihr Rucksack noch nicht bei uns eingetroffen ist, mir hat soeben der Kurier mitgeteilt, dass ein Rucksack gefunden wurde, der auf Ihre Beschreibung passt. Sie können ihn heute ab 14 Uhr abholen.“ Schnell ein Formular ausgefüllt, und der Kunde verlässt sichtlich erleichtert das Fundbüro.

Per Online-Fundsuche selbst recherchieren

Die kurze Pause nutzt Christ, um einen Einblick zu geben, was zu tun ist, wenn man etwas in der S-Bahn verloren hat. „Wenn ein Fahrgast etwas verliert, kann die Datenbank der S-Bahn-Homepage schnell weiterhelfen. Die Seite ist so aufgebaut, dass man zuerst über die Online-Fundsuche nach seinem verlorenen Gegenstand recherchieren kann. Dabei trifft man über Unterkategorien, wie zum Beispiel Bekleidung, Elektronik, Fahrräder oder andere Artikel, seine Auswahl. In den folgenden Feldern wird die Verlustsache weiter eingegrenzt, zum Ende werden noch Verlustort, Verlustdatum und Kontaktdaten abgefragt. Sobald der Gegenstand gefunden wird, wird der Fahrgast informiert.

Ist der Schirm in der U- oder S-Bahn liegengeblieben? Wer das nicht genau weiß, muss nur noch einen Weg zurück­legen – ins ­gemeinsame Fundbüro von BVG und S-Bahn
Foto: Sven Kaulin

Zur Abholung im Fundbüro benötigt der Kunde die zugeteilte Nummer und seinen Personalausweis oder Reisepass“, erklärt Christ. „Sie können aber auch telefonisch erfragen, ob der ver­lorene Gegenstand gefunden wurde. Das Gute ist, dass jetzt die S-Bahn ­Berlin und die BVG gemeinsam ein Fundbüro betreiben. Das ist ein großer Vorteil für Kunden, die unterschiedliche öffentliche Verkehrsmittel genutzt haben“, schließt Christ und wendet sich nun wieder weiteren Anfragen im PC zu.

Der Blick in die Räumlichkeiten des rund 400 Quadratmeter großen Fundbüros verrät, dass hier ständig Fund­sachen eingehen oder ausgegeben werden. Die eingegangenen Fundsachen werden geprüft, mit Daten versehen und dann greift die Faustregel: Jeder Gegenstand, dessen materieller Wert unter zehn Euro liegt, wird nur zehn Tage aufgehoben. Alle anderen Fundstücke, die einen höheren Wert haben, bleiben bis zu zehn Wochen im Fundbüro, bevor es endgültig zur Versteigerung nach Wuppertal geht.

Sven Kaulin

Fundsachen S-Bahn:
www.sbahn.berlin/fundservice

Tel.: 030/297-43333

Fundsachen BVG:
www.bvg.de/fundbuero
Tel.: 030/19449

Adresse des Fundbüros:
Rudolfstraße 1-8
10245 Berlin-Friedrichshain,
Nähe S- und U-Bahnhof Warschauer Straße

Öffnungszeiten des Fundbüros:
Montag, Dienstag und Freitag: 9.00 – 18.00 Uhr
Donnerstag: 9.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch/Samstag/Sonntag/Feiertag: geschlossen


Im Fundbüro

Foto: Sven Kaulin

Am 3. September eröffneten Dr. Sigrid Nikutta, Vorstandsvor­sitzende der BVG, und Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäfts­führung der S-Bahn Berlin, das gemeinsame Fundbüro.

„Wir haben bei der BVG jedes Jahr 60.000 bis 70.000 Gegenstände, die ins Fundbüro kommen. Das zeigt, wie ehrlich unsere Fahrgäste sind“, sagt Dr. Sigrid Nikutta.

„Mit dem gemeinsamen Fundbüro ­bieten wir unserem Kunden einen ­tollen Service und ersparen ihm viel Zeit bei der Suche nach dem vermissten Gegenstand. Gleich, wo er ihn verloren hat – ob in der S- oder U-Bahn oder im Bus – er muss nur noch zu einer Adresse gehen“, so Peter Buchner.