Unternehmen | 2018/16 - 30. August, S. 6


Weil die Straße kein Zuhause ist


S-Bahn Berlin spendet und wirbt für ZelterPate


Nicht alle Menschen, die zur Tagesstätte von ZelterPate kommen, sind obdachlos. Adam Donaiski und Daniel Marquardt beispielsweise haben eine Wohnung, aber benötigen das warme Mittagsangebot. Im Gegenzug helfen sie ehrenamtlich bei der Essensausgabe mit. „Wichtig sind für mich die sozialen Kontakte, die ich sonst gar nicht hätte, und die Sozialberatung“, sagt der  arbeitslose Adam Donaiski.

Daniel und Adam sind zwei von rund 50 Menschen, die in der Einrichtung Halt und Unterstützung finden. Neben der Versorgung mit Frühstück und Mittagessen sowie der nebenan befindlichen Beratungsstelle gibt es für wohnungslose Menschen die Möglichkeit, sich eine Postadresse vor Ort einzurichten. „Das ist eine wichtige Voraussetzung für den Schriftverkehr mit Ämtern und den Bezug von sozialen Leistungen. Oftmals ist dadurch ein erster Schritt aus der Obdachlosigkeit getan“, erklärt Simona Barack, Leiterin der Wohnungslosentagesstätte.

Zelter Pate

Freuen sich über den Start der Plakataktion: Andreas Mende, Geschäftsführer des Trägers Beratung + Leben GmbH, S-Bahn-Chef Peter Buchner, die ehrenamtlichen Helfer Daniel Marquardt und Adam Donaiski sowie Tagesstätten-Leiterin Simona Barack (v.l.n.r.).
Foto: André Groth

Die S-Bahn Berlin hatte im April Leistungen im Wert von 20.000 Euro für das beste soziale oder umweltfreundliche Engagement ausgelobt. ZelterPate konnte mit seinem ­Konzept, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten, die Jury mit Vertretern der S-Bahn Berlin, des VBB und Ströer überzeugen.

Zum Auftakt der Aktion „S-Bahn Berlin hilft beim Helfen“ stellte Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, gemeinsam mit Simona Barack und Andreas Mende, Geschäftsführer des Trägers Beratung + Leben GmbH, am 16. August die Kampagne vor, die auf das Spendenprojekt ZelterPate aufmerksam macht. Plakate, die den beliebten „Tatort“- Schauspieler und Musiker Axel Prahl zeigen, sind in den Zügen beider Ring-Linien sowie auf der Linie S 85 sichtbar angebracht. „Eine S-Bahn ist kein Zuhause. Auswege schaffen für Wohnungslose. Jetzt!“ ist auf ihnen unter anderem zu lesen.

Wer selbst ein Pate wird und spendet, kann sich darauf verlassen, dass das Geld direkt in die seit 15 Jahren existierende Tagesstätte fließt, so die Initiatoren.

Die S-Bahn Berlin finanzierte die Plakatierung. Peter Buchner übergab eine Spende über 13.400 Euro, mit der das Projekt für Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen in der Zelterstraße 14 unterstützt wird.

Claudia Braun

www.zelterpate.de