Ausflüge | 2018/14 - 26. Juli, S. 8


Streifzug mit der App DB Ausflug


Durch den Müritz-Nationalpark zum Bolter Kanal


Den größten Nationalpark auf dem deutschen Festland finden Sie in der Mecklen-
burgischen Seenplatte, am Ostufer der Müritz: den Müritz-Nationalpark. Er ist zu mehr als 70 Prozent von Wald bedeckt, dazwischen liegen über 100 Seen, dunkle Moore und Feuchtwiesen.

Weil hier zu DDR-Zeiten hochrangige Politiker auf die Jagd gingen und das Militär Truppenübungen durchführte, war der Zutritt den übrigen Bürgern verboten. Gut für die Natur: Kranich und Fischotter, See- und Fischadler, Biber und Rohrdommel sowie viele weitere Arten erhielten damit geschützte Räume zum Leben und Brüten. Kurz vor dem offiziellen Ende der DDR wurde das Gebiet in weiser Voraussicht zum Nationalpark ernannt.

See
Foto: TMV/Klaus Steindorf-Sabath

Von Waren an der Müritz führt eine schmale Straße mit begleitendem Rad- und Wanderweg in den Nationalpark hinein, auf der ausschließlich Linienbusse fahren dürfen. So kommen Sie von der Haltestelle „Waren, Sparkasse“, nur einen Kilometer vom Bahnhof Waren (Müritz) entfernt, bequem zum Ausgangspunkt ihrer Tour und wieder zurück. Alternativ fahren vom Anleger Bolter Kanal Fahrgastschiffe zurück nach Waren (Müritz).

Wenn Sie früh starten, können Sie an der Nationalparkinformation in Federow aussteigen und erst mit dem nächsten Bus weiterfahren. Über eine Kamera haben Sie Einblick in den nahen Fischadlerhorst, dazu erfahren Sie mehr über die Reiseroute der beeindruckenden Zugvögel.

In Speck werfen Sie einen Blick auf – und vielleicht in – die kleine Dorfkirche, bevor Sie den nahen Käflingsbergturm erklimmen. Nach 167 Stufen bietet sich Ihnen ein weiter Ausblick über die Wälder und Seen des Nationalparks.

Anschließend laufen Sie am Ufer des Priesterbäker Sees entlang, ein uriges Gebiet. Kormoran, Graureiher, Haubentaucher, Fischadler und viele ihrer Kumpane finden ihre Nahrung am Ufer oder unter Wasser. 

Sie durchqueren den Boeker Forst, einen Kiefern- und Mischwald, der teilweise auf Binnendünen wuchert. Am Wildgehege entlang kommen Sie schließlich nach Boek, wie Speck ein ehemaliges Gutsdorf. Neben der 1847 errichteten Kirche aus Backstein lohnt sich ein Stopp im Restaurant „Auszeit“ bei regionalen Fleisch- und Wildgerichten und hausgemachtem Kuchen. Das Gutshaus wird zurzeit umgebaut.   

Nun folgt ein Abschnitt in der Nähe des Müritzufers, der einige schöne Ausblicke verspricht. Vom Ferienpark Müritzparadies mit eigenem Badestrand können Sie auch einen Abstecher zu den Fischteichen machen, wo Karpfen und Störe ihre Runden ziehen. Atmen Sie noch einmal die würzige Waldluft ein, bevor Nationalparkbus und Regional-Express Sie zurück nach Hause bringen.

Text: Martina Göttsching

www.mecklenburgische-seenplatte.de


 

Nationalparkdorf Speck

Kirche

Foto:1000seen.de/Christin Drühl

Bereits im 13. Jahrhundert unterhielt die Familie von Specken an dieser Stelle einen Gutssitz. Kurt Herrmann, ein Jagdfreund Hermann Görings, baute das alte Gutshaus in den 1930er Jahren zum Jagdsitz aus. Später war darin ein Erholungsheim für DDR-Offiziere untergebracht. Zurzeit wird das Haus saniert. Die Kirche aus gelbem und rotem Backstein wurde 1876/77 errichtet.

Haltestelle: Speck

 

Käflingsbergturm

Kaeflingsbergturm

Foto: TMV/Thomas Grundner

Rund zwei Kilometer von der Ortschaft Speck entfernt liegt der Aussichtsturm auf dem 100 Meter hohen Käflingsberg. 167 Stufen winden sich den Käflingsbergturm hinauf. Von oben bietet sich ein Panorama von ausgedehnten Wäldern, unzähligen Seen und dem Quellgebiet der Havel. An klaren Tagen reicht der Blick sogar bis Waren (Müritz), Neustrelitz und Neubrandenburg.

Haltestelle: Am Käflingsberg

 

Fischer- & Anglerhof

Fischerhof

Foto:1000seen.de/Christin Drühl

Für Hobbyangler und Familien mit Kindern sind die Fischteiche der Müritz-
fischer an der Bolter Schleuse seit fast 10 Jahren ein beliebtes Ausflugsziel. Im Schauteich lassen sich von der Terrasse aus die typischen Fische der Region beobachten. Plötzen und Rotfedern, Karpfen und Hechte dürfen nach vorheriger Anmeldung selbst geangelt werden.

www.mueritzfischer.de

 

Müritz rundum

Nationalparkbus

Foto: Klaus Klöppel

Wer gern umweltfreundlich unterwegs ist, ist in der Nationalparkregion richtig. Zum einen gilt im RE 5 bis Waren (Müritz) das Brandenburg-Berlin-Ticket über die Landesgrenze hinaus. Zum anderen fahren die Busse der Nationalparklinie und weiterer Linien viele Ausgangspunkte für Wanderungen direkt an – selbst im streng geschützten Bereich.

In der Saison verkehren die Busse nahezu stündlich zwischen Waren (Müritz) und dem Bolter Kanal. Wer über Nacht in der Region bleibt, darf seit April 2018 mit der Gästekarte das Angebot der Linienbusse rund um die Müritz kostenfrei nutzen. Für Tagesgäste gibt es das Nationalparkticket.

www.mueritz-rundum.de


Hinfahrt:
alle 2 Stunden mit RE 5, am Wochenende z.B. um 8.28 Uhr ab Berlin Hbf

Rückfahrt:
z.B. 19.34 Uhr ab Waren (Müritz)
Fahrzeit: ca. 1 Stunde 50 Minuten

Fahrzeit:
ca. 1 Stunde 50 Minuten

Ticket-Tipp:
Brandenburg-Berlin-Ticket für bis zu 5 Personen

bahn.de/brandenburg | VBB.de

Für den Bus 009 ab/nach Waren Steinmole gilt das Nationalparkticket ab 9 Euro pro Person.
www.nationalparkticket.de


Die Tourempfehlung „Durch den Müritz-Nationalpark zum Bolter Kanal“

mit Offline-Karte und nützlichen Serviceinfos gibt’s mit DB Ausflug kostenfrei aufs Smartphone.

Über den roten Button in der App geht‘s direkt zur Reiseplanung anhand der aktuellen Fahrplandaten.

Dauer: ca. 4 h, Strecke: 14 km

 

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