Kundenbetreuung | 2018/14 - 26. Juli, S. 4


Qualitätsoffensive S-BAHN PLUS


Wie die S-Bahn Sekunden jagt


180 Bausteine für mehr Pünktlichkeit, Qualität und Service

Das Ziel sind zufriedene Kunden. Sie sollen auf attraktiven Bahnhöfen in pünktliche S-Bahnen einsteigen und zuverlässig ans Ziel kommen. Dafür hat die S-Bahn Berlin ihr bisher umfassendstes Programm zur Verbesserung von Pünktlichkeit, Qualität und Service „S-Bahn PLUS“ gestartet.

Mehr als 30 Millionen Euro will die Deutsche Bahn einsetzen. Mit dem Geld sollen unter anderem Bahnhöfe baulich aufgewertet, hunderte Anlagen der Sicherungs- und Leittechnik ausgetauscht sowie zusätzlich 100 Triebfahrzeugführer pro Jahr ausgebildet werden. Bereits in diesem Jahr werden sich positive Effekte einstellen. Das Programm soll bis 2025 abgeschlossen sein.

Es ist eine Gemeinschaftsarbeit

In bereichsübergreifenden Projektteams haben 50 Mitarbeiter in den vergangenen Monaten die komplexen Betriebsabläufe unter die Lupe genommen. Auf Basis der Erkenntnisse entwickelten sie ein Programm mit rund 180 Bausteinen. „Den einen großen Hebel gibt es leider nicht, auch keine einfache Lösung, die wir einkaufen könnten, sonst hätten wir das längst getan. Wir arbeiten an einer Vielzahl von kleinen Punkten“, erklärt Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, die gemeinsame Offensive.

Qualitätsoffensive

Bringt im Berufsverkehr wertvolle Sekunden: Seit dem 23. Juli werden an den Bahnhöfen von Ostkreuz bis Hauptbahnhof alle Türen vom Triebfahrzeugführer automatisch geöffnet.
Foto: André Groth

Beim Thema Pünktlichkeit etwa handelt es sich vielfach um eine Jagd nach Sekunden. Dank automatisch öffnender Türen in der Hauptverkehrszeit wird es für die Fahrgäste eher möglich, ein- und auszusteigen. Das spart zum Beispiel ein paar Sekunden ein. Dieser Pilotversuch läuft derzeit auf der Stadtbahn. Auch bei der Durchsage „Bitte nutzen Sie die gesamte Länge des Zuges“  geht es um Sekunden. Aber bei dichter Zugfolge und schnell aufeinanderfolgenden Stationen kommt da schon eine bemerkbare Summe zusammen.

Das sind die beiden Maßnahmen, die die Fahrgäste unmittelbar erleben können. Die meisten der 180 Stellschrauben, an denen gedreht wird, befinden sich im Hintergrund. Sie betreffen ganz unterschiedliche Felder, denn alle am S-Bahn-Betrieb beteiligten Konzerngesellschaften arbeiten am Qualitätsprojekt mit; die S-Bahn Berlin GmbH, die DB Netz AG, die DB Station&Service AG sowie die DB Energie GmbH.

Wer mehr darüber erfahren möchte, kann sich bei fünf Terminen im August aus erster Hand über das Programm informieren lassen ...

 

Einladung zum Dialog!

DB-Manager kommen auf die Bahnhöfe, erklären, was sie vorhaben, und fragen die Fahrgäste, was sie bewegt oder stört. Peter Buchner freut sich auf den direkten Austausch: „Ich bin schon sehr gespannt auf die konkreten Hinweise unserer Kunden.“

Die Qualitätsoffensive S-Bahn PLUS wird den Fahrgästen im August an folgenden Bahnhöfen vorgestellt:

07. August    17 – 18.30 Uhr    Südkreuz
09. August    17 – 18.30 Uhr    Zoologischer Garten
15. August    17 – 18.30 Uhr    Ostkreuz
17. August    16 – 17.30 Uhr    Potsdam Hauptbahnhof
21. August    17 – 18.30 Uhr    Potsdamer Platz

www.sbahn.berlin/qualitaet

 

Qualitätsoffensive S-Bahn Berlin

Foto: André Groth

Kleines Detail mit großer Wirkung: S-Bahnchef Peter Buchner präsentiert ein neues Türrelais für die Baureihe 481. Es ist weniger störungsanfällig als das bisherige. Türstörungen sind die häufigsten Gründe für Fahrzeugausfälle.

Qualitätsoffensive S-Bahn Berlin

Foto: André Groth

Bissfest und besser isoliert: Helge Schreinert, Regionalbereichsleiter von DB Netz,
zeigt die neuen robusten Signalkabel, an denen sich Nagetiere die Zähne ausbeißen. Auch Kurzschlüsse durch eindringende Nässe werden damit unwahrscheinlicher.

Qualitätsoffensive S-Bahn Berlin

Foto: André Groth

Nachschlagewerk: neue Störfallkonzepte bei Streckensperrungen und Eingleisigkeit. Das Dispositionshandbuch hilft, schneller auf Störungen zu reagieren und auch die Fahrgäste schneller zu informieren.

 

Beispiele aus dem umfangreichen Maßnahmenkatalog

S-Bahn PLUS – weniger Störungen, höhere Pünktlichkeit Das Programm setzt direkt bei den diversen Störungsgründen an und bietet Lösungen dafür:

 
„Störung am Fahrzeug“

„Zuverlässige Fahrzeuge sind die Basis für einen zuverlässigen S-Bahnbetrieb“, sagt Peter Buchner. Die Neubaureihe 483/484 wird ab 2021 auf dem Ring unterwegs sein und neue Maßstäbe in Sachen Zuverlässigkeit setzen. Bis 2023 werden die Baureihen 480, 485 und 481 umfassend technisch überholt.

Bis zu dem Qualitätssprung, der durch die erneuerte Flotte zu erwarten ist, bringen diese kurzfristigen Maßnahmen Verbesserungen:  

  • Türstörungen sind häufig ein Grund für Fahrzeugausfälle. Ein kleines Steuerungsrelais im Führerstand der BR 481 wurde als Störenfried identifiziert,es wird jetzt vorsorglich ausgetauscht.
     
  • Für das komplexere Thema der hitzeempfindlichen Elektronikschränke der Baureihe 481 haben die S-Bahn und die Firma Knorr eine neue Lösung zur Kühlung entwickelt. Die aufwändige Belüftungseinrichtung für die Technikschränke wird eingebaut, sobald Knorr lieferfähig ist, voraussichtlich ab Herbst.

„Signalstörung“

  • Austausch von 915 störanfälligen Anlagen der Leit- und Sicherungstechnik
  • Vorzeitiger Austausch störanfälliger Signalkabel, 20 Kilometer der bissfesten und gut isolierten Kabel wurden schon verlegt.

„Weichenstörung“

  • Mehr Kontrolle: Kürzere Wartungsintervalle an den hoch belasteten Technik-Anlagender Stadtbahn. Jeden Monat, statt wie vorgeschrieben alle zwei Monate, werden die Weichen gewartet und eingestellt.
  • Höherer Ausrüstungsstandard: Alle Weichen werden mit Verschlussfachabdeckungen und Zungenheizungen winterfest gemacht, außerdem hilft das digitale Weichendiagnosesystem DIANA, Störungen frühzeitig zu erkennen.

 
„Personen im Gleis“

  • Betreten verboten! Personen im Gleis verursachen regelmäßig Streckensperrungen und Zugausfälle. Aus Sicherheitsgründen muss der Strom abgestellt werden, wenn Unbefugte an oder in den Gleisen herumlaufen. Bahnsteig-Endtüren sollen das unberechtigte Betreten von Gleisanlagen verhindern. „Wir testen in einem Pilotprojekt eine Art filigranen Zaun am Bahnsteigende des Ostbahnhofs, der mit 100 Vorfällen im Jahr ganz besonders von dieser Problematik betroffen ist“, berichtet Friedemann Keßler, Leiter Regionalbereich Ost von DB Station und Service.  

 
Weitere Pakete widmen sich besseren Betriebsabläufen und attraktiveren Bahnhöfen.


„Die S-Bahn der Hauptstadtregion gehört zum Kerngeschäft der Deutschen Bahn. Deshalb haben wir geschäftsfeldübergreifend genau analysiert, wie wir qualitativ weiter nach vorn kommen.

Die Projektmitarbeiter aus den verschiedenen Unternehmensbereichen haben dazu Hand in Hand gearbeitet.

Denn wir möchten, dass die Berlinerinnen und Berliner wieder stolz auf ihre S-Bahn sind.“

Kaczmarek

Alexander Kaczmarek,
Konzernbevollmächtigter der DB für das Land Berlin