Ausflüge | 2018/12 - 28. Juni, S. 5


Kühler Kopf für die Kundensicherheit


Stefan Hegermann hilft am Potsdamer Hauptbahnhof, wo er kann


Über Langeweile kann sich Stefan Hegermann (28), Mitarbeiter der Bahnhofsbetriebszentrale (3-S-Zentrale) der Deutschen Bahn im Hauptbahnhof Potsdam, nicht beschweren. Denn die drei S stehen für „Sauberkeit, Sicherheit und Service“ an rund 220 Brandenburger Bahnhöfen. Und so sieht sich Stefan Hegermann trotz eines komplexen Systems aus Zuständigkeiten als „Mädchen für alles“.

Die viele Arbeit in der Bahnhofsbetriebszentrale der DB Station & Service AG teilt er sich mit neun Kollegen im Schichtsystem. Vor einer Wand aus Bildschirmen, die Raumpläne, Bestellungslisten und
Programme wie den Streckenspiegel zeigen, organisiert er Hilfe bei Problemen und Wünschen der Fahrgäste. Dabei gilt es, immer freundlich zu bleiben und die Menschen beruhigen zu können, wie er vorher seit Jahren bei der DB Info gelernt hat.

3-S-Zentrale

Stefan Hegermann am Arbeitsplatz.
Foto: CW

Gerade meldet etwa am S-Bahnhof Königs Wusterhausen die dortige DB Agentur einen herrenlosen, schwarzen Koffer. Hegermann gibt den Sachverhalt sofort weiter und notiert sich alle Informationen zum weiteren Vorgehen, etwa von der Bundespolizei.

Die Ereignisse und Störungen sind mannigfaltig: eingeschlossene Personen im Aufzug, Personenunfälle oder einfache Meldungen über defekte Anlagen, Automaten und Entwerter. So ruft die 3-S-Zentrale im Fall des Falles einen Techniker oder auch den Krankenwagen.

Zum Thema Fundsachen berichtet Hegermann von dem kuriosen Fall, als ein Zugbegleiter bei ihm anrief und einen Kinderwagen inklusive Baby als Fundsache meldete. Glücklicherweise konnte die Mutter ihr Baby nach zwei Stunden wieder in die Arme schließen. Sollten dagegen Geldbörsen, Handys oder Spielzeuge verloren gehen, stellt die Deutsche Bahn das Fundsachenprogramm „Verloren und Gefunden“ bereit: Sie werden sieben Tage lang aufbewahrt und gehen dann in das zentrale Fundbüro nach Wuppertal.

Conrad Wilitzki