Ausflüge | 2018/12 - 28. Juni, S. 4


Bestes Konzept gekürt – 20.000 Euro gehen an ...


Spendenprojekt ZelterPate in Prenzlauer Berg


Im April hatte die S-Bahn Berlin einen Aufruf gestartet: Gesucht war das beste Konzept für Engagement im Umweltschutz oder im sozialen Bereich, ausgelobt wurden Leistungen im Wert von 20.000 Euro. Bis zum Einsendeschluss am 8. Mai waren sehr unterschiedliche Bewerbungen eingegangen.

Die Jury musste sich für einen entscheiden und hat sich die Auswahl des Siegers nicht leicht gemacht. Tanja Henseler vom Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), Matthias Beyer von Ströer und Daniela Franke (von links nach rechts im Bild unten) sowie Angelika Simon von der S-Bahn Berlin diskutierten die eingereichten Bewerbungen ausführlich. Der Gewinner überzeugte mit seinem besonders schlüssigen Konzept.

Jury Konzept Engagement

Nachhaltige Hilfe für Wohnungslose

Die Tagesstätte im Sozialprojekt Prenzlauer Berg ist seit 15 Jahren eine Anlaufstelle für Menschen im Kiez, die wohnungslos oder dauerhaft arbeitslos sind und am Rande der Gesellschaft stehen. Viele dieser Menschen haben die soziale Anbindung an die Gesellschaft und jegliche Hoffnung verloren.

Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Langzeitarbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen, Sucht, Überschuldung, Gewalterfahrung, Ausgrenzung. Etwa 50 Menschen kommen jeden Wochentag in die Tagesstätte, der Großteil aus dem Bezirk. Es sind Männer wie Frauen, und von 20 bis 80+ Jahre sind alle Altersgruppen vertreten.

Zelter Pate
Foto: Rayk Hoche

Die Tagesstätte bietet ein kostenloses Essen. Die Besucher können hier duschen, ihre Wäsche waschen und für den Schriftverkehr mit Behörden den Computer nutzen. Der Anspruch der Tagesstätte geht jedoch über eine Grundversorgung hinaus: Sie will Menschen möglichst dauerhaft aus der sozialen Isolation herausholen.

Die angegliederte Sozial- und Wohnhilfenberatung wird von Fachkräften geleitet und bietet auch individuelle Betreuung. Sie schafft erste Anknüpfungspunkte zu einer gesicherten Existenz und will Wege zurück zu einem normalen Leben bahnen. Denn keiner sucht sich die Straße, Bahnhöfe oder Unterführungen freiwillig als sein Zuhause aus.