Bauen | 2018/05 - 08. März, S. 8


Baufreiheit für die Dresdner Bahn wird geschaffen


Busse statt S-Bahnen vom 16. März bis 3. April auf südlichem Abschnitt der S 2


Während der Bauzeit der Dresdner Bahn, die künftig die Fahrzeit zwischen Berlin und der sächsischen Landeshauptstadt um rund eine halbe Stunde verkürzt, soll der S-Bahn-Verkehr im Wesentlichen aufrechterhalten werden.

Doch um das zu gewährleisten, sind erst einmal Sperrungen nötig, so Projektleiter Holger Ludewig von der DB Netz AG. Diese starten am Freitag, 16. März, 22 Uhr, und laufen durchgehend bis Dienstag, 3. April, 1.30 Uhr. Anstelle von S-Bahnen sind dann Busse unterwegs – im ersten Bauabschnitt bis 26. März zwischen Blankenfelde und Marienfelde; im darauf folgenden zweiten Bauabschnitt bis 3. April zwischen Blankenfelde und Priesterweg.
 

Bauflyer

 

„Die Sperrzeit wird genutzt, um das dringend erforderliche elektronische Stellwerk in Ma­rien­felde betriebsfertig zu bekommen und Weichen zu ersetzen“, erklärt Ludewig. Das elektronische Stellwerk ist zwingende Voraussetzung für einen sicheren S-Bahnbetrieb während des Wiederaufbaus der Dresdner Bahn im Streckenabschnitt zwischen Südkreuz und Blankenfelde als zweigleisige, elektrifizierte und von der S-Bahn unabhängige Fernbahnstrecke, sind sich die Verantwortlichen einig. 

Die Sperrung steht aber auch im Zusammenhang mit dem neuen Zugbeeinflussungssystem S-Bahn (ZBS), mit dem bis zum Jahr 2025 flächendeckend das gesamte Streckennetz der S-Bahn Berlin – derzeit rund 350 Kilometer lang – ausgerüstet sein soll. Nun wird es zunächst im Abschnitt zwischen Lichtenrade und Attilastraße in Betrieb genommen. Im Anschluss folgt die Ausrüstung des Abschnitts zwischen Blankenfelde und Lichtenrade.

Die Technik löst die mechanischen Fahrsperren ab und leitet eine Zwangsbremsung ein, wenn ein Zug versucht, ein rotes Signal zu überfahren oder zu schnell ist. Die Entsprechung bei der Regional- und Fernbahn ist das europäische Zugsicherungs- und Steuerungssystem (ETCS), mit dem die gesamte Strecke der Dresdner Bahn schrittweise ausgestattet wird. Es hat den Vorteil, dass es die Vielfalt der in Europa eingesetzten Zugbeeinflussungssysteme ablöst und den grenzüberschreitenden Verkehr erleichtert, etwa in Richtung Südosteuropa.

Zurück zum hiesigen Baugeschehen: „Die Unterbrechung wird auch genutzt, um ab dem Frühjahr Lärmschutzwände im Bereich Lichtenrade sukzessive zu errichten. Diese schützen auch vor Baulärm“, sagt Holger Ludewig. Der Bahnübergang Säntisstraße wird im April 2018 geschlossen. Für Fußgänger wird eine Überführung errichtet.

cb

Der Bauflyer mit Detailinfos ist unter sbahn.berlin, in den Kundenzentren der S-Bahn Berlin und in den Verkaufsstellen der betroffenen Bahnhöfe erhältlich.