Historisch | 2017/23 - 06. Dezember, S. 4


Zugräder rollten seit 1871 – Abriss der Geschichte der Südkurve


Die Südkurve wird im Sommer 1871 am künftigen Bahnhof Stralau (heute Ostkreuz) fertiggestellt und ist 849 Meter lang. Zuerst befährt sie nur der Güterverkehr, am 1. Januar 1872 wird der Personenverkehr vom neu errichteten Bahnhof Stralau zum Niederschlesisch-Märkischen Bahnhof (heute Ostbahnhof) aufgenommen.

1895/1896 entsteht an der Südkurve der Außenbahnsteig C im Rahmen der Berliner Gewerbeausstellung im Treptower Park.

Südkurve

Aus heutiger Sicht kaum zu erkennen: das Ostkreuz 1996
Foto: Burkhard Wollny

Der elektrische Zugbetrieb auf der Südkurve am Ostkreuz in Richtung Neukölln startet am 6. November 1928. Auf der Südkurve fahren die Züge aus Grünau oder vom Südring in die Stadt und halten am Bahnsteig A am Ostkreuz. In der entgegengesetzten Richtung halten die Züge am Bahnsteig FC und fahren von der Stadt über das Ostkreuz und die Südkurve zum Südring oder nach Grünau.

Während des Zweiten Weltkriegs ist die Südkurve, wahrscheinlich nach schweren Luftangriffen, ab Februar/März 1945 außer Betrieb und erst ab August 1946 wieder befahrbar.

Am 12. April 1966 wird der Außenbahnsteig C an der Südkurve am Ostkreuz geschlossen. Seitdem fahren die Züge aus der Stadt nach Grünau in Ostkreuz durch.#

Der Abriss des Bahnsteigs C an der Südkurve erfolgt im November 1978. 1985 wird das stadtauswärts führende, 1986 das stadteinwärts führende Gleis auf der Südkurve am Bahnhof Ostkreuz erneuert.

Schließlich wird der Bahnsteig A am 28. August 2009 außer Betrieb genommen, danach erfolgt der Abriss der alten Südkurve.

Die Informationen entstammen dem Buch „Mythos Ostkreuz“ von Sven Heinemann und Burkhard Wollny, das demnächst im Klartext Verlag erscheint.