Dieses Jahr ist ein echtes Ausnahmejahr, wenn es um die Ausbildungszahlen bei der Deutschen Bahn geht: Rund 5.000 Nachwuchskräfte starteten am 1. September ihre Berufsausbildung – so viele wie noch nie. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beginnen insgesamt rund 640 junge Menschen ihre Ausbildung.

Bei der Berliner S-Bahn sind es insgesamt 41 Auszubildende, die am 1. September in einen neuen Lebensabschnitt starteten: 26 angehende Industrieelektriker:innen mit zehnmonantiger Anschlussausbildung zum/zur Triebfahrzeugführer:in (IE/Tf), acht Azubis zum/zur Elektroniker:in für Betriebstechnik (EBET), sechs angehende Elektroniker:innen für Geräte und Systeme (EGS) und ein Dualstudent, Fachrichtung Technische Elektrotechnik.

„Mit den 24 Auszubildenden, die bereits im März 2021 ihre Lehre zum/zur Industrieelektriker:in/Triebfahrzeugführer:in begonnen haben, bilden wir in diesem Jahr so viele aus wie nie zuvor“, erklärt Nachwuchskräfte-Gesamtkoordinator Michael Hallmann. Durch den vorgezogenen Start der Hälfte dieser Berufsgruppe gehe man sicher, dass die Azubis auch zeitversetzt mit ihrer Anschlussausbildung zum Tf starten können. „Sonst geraten wir dort mit der Ausbildung durch die hohe Anzahl in einen Kapazitätsengpass“, fügt Hallmann hinzu.

Der Beruf Elektroniker:in für Geräte und Systeme ist relativ neu bei der S-Bahn Berlin: „Es ist nun der zweite Jahrgang, der in dieser Berufsrichtung startet“, erklärt Ausbildungsfachkoordinator René Dohrmann. „Dieser ist auf die Instandhaltung und Wartung der Neubaufahrzeuge, die Baureihen 481 und 483/484, spezialisiert. Deshalb haben die Ausbildungsinhalte auch mehr mit Programmierung, Kleinsteuerung und Automatisierungstechnik zu tun als die anderen Ausbildungsberufe bei der S-Bahn Berlin.“

Mit von der Partie sind auch fünf Auszubildende aus dem Programm „Chance Plus für Flüchtlinge“. Sie kommen aus Syrien, Gambia und Afghanistan und haben bereits das zehnmonatige Praktikum bei der S-Bahn erfolgreich absolviert. Nun sind sie Teil der neuen S-Bahnazubis.

Auch organisatorisch ist eine solch große Zahl an Auszubildenden nicht einfach. „ Wir arbeiten ja weiterhin unter Corona-Bedingungen, was alles logistisch erschwert“, sagt Hallmann. Alle hätten die Hygieneregeln einzuhalten und sich den Tests zu unterziehen, denn es seien noch nicht alle geimpft. „Ansonsten freuen wir uns sehr, dass es endlich losgeht“, fügt er hinzu. Das sehen auch die neuen Azubis so.

Einer ist dabei, an den sich viele Berlinerinnen und Berliner wohl noch erinnern: 2012 hatte Julian Zude als Zehnjähriger bei der Fernsehshow „Wetten Dass“ eine S-Bahnwette gewonnen, bei der er selbstsicher bewies, dass er das Berliner S-Bahnnetz auswendig kennt – und zwar mit allen damals 166 Bahnhöfen und Umsteigemöglichkeiten samt Ansagen. Der Wettkönig wurde daraufhin nach Berlin eingeladen. „Ich durfte im Führerstand der S1 mitfahren  und die Lautsprecheransagen auf der S1 machen“, erinnert er sich. Damit begeisterte der kleine „Lokführer“ die Fahrgäste. Seine Leidenschaft für die S-Bahn hat er im Laufe der Jahre nicht verloren, zog nun von Düsseldorf nach Berlin und startete seine Ausbildung zum Industrieelektriker, um dann später als Triebfahrzeugführer tätig zu sein. „Das ist seit meiner Kindheit mein Berufswunsch“, sagt der nun 19-Jährige. (Foto: Flechtner)

 

Bewerbung für 2022 läuft

Wer sich für einen Beruf bei der S-Bahn Berlin interessiert, kann sich jetzt schon bewerben: „Auch 2022 werden wir mit 24 jungen Menschen die Ausbildung zum:zur Industrieelektriker:in/Triebfahrzeugführer:in bereits im März beginnen“, sagt Hallmann. Für den Frühstart im März, aber auch für die Ausbildung mit Start im September nächsten Jahres können sich interessierte Frauen und Männer jetzt bewerben. Die Ausschreibungen sind alle online und unter sbahn.berlin oder karriere.deutschebahn.com zu finden.

 

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