Bauen | 2017/19 - 12. Oktober, S. 4


Großes Interesse am Ostkreuz


So war der Infotag rund um Deutschlands Bahnhof Nummer 1


Für das neue Ostkreuz ist 2017 das entscheidende Jahr: Am 21. August gingen – nach vier Wochen betrieblicher Einschränkungen – die neuen S-Bahngleise und der Bahnsteig Gleis 3/4 auf der Stadtbahnebene in Betrieb. Die S-Bahnlinie S 3 von Erkner fährt seitdem wieder in die Innenstadt. Nächste Etappe ist der 10. Dezember: Die S-Bahnlinie S 9 von Schönefeld kommend wird wieder über die Südkurve am Ostkreuz in die Innenstadt fahren.

Zudem halten ab dem Fahrplanwechsel im Dezember die Regionalzüge der Linien RE 1, RE 2, RE 7 und RB 14 im Ostkreuz. Der Bahnhof wird zu einer Drehscheibe auch im Regionalverkehr. Mit aktuell täglich 1.512 Stationshalten ist das Ostkreuz Deutschlands Bahnhof Nummer 1. Damit sind wesentliche Ziele nach zwölf Jahren Bauzeit erreicht.

Max Maulwurf
Das gefällt der ganzen Familie: Ein Erinnerungsfoto mit Max Maulwurf.
Foto: David Ulrich

Das war Grund genug für die Deutsche Bahn, die Berliner am 7. Oktober zu einem „Ostkreuztag“ einzuladen. In Gesprächsrunden mit Experten, Ausstellungen und an Infoständen wurde von 10 bis 18 Uhr gezeigt, was sich in einem Jahrzehnt im und rund um das Ostkreuz verändert hat und was das neue Ostkreuz für den Nah- und Regionalverkehr in Berlin und der Region bedeutet.

Um 10 Uhr eröffnete Moderator Ingo Ruff gemeinsam mit Alexander Kaczmarek im Info-Zelt den Ostkreuztag. „Das ist kein Eröffnungsfest, denn das Ostkreuz war ja nicht geschlossen und weitere Meilensteine folgen. Aber wir finden doch, dass es einen Anlass zum Feiern gibt. Wir wollen den Fahrgästen gerne ein Fest bieten, denn sie haben lange gelitten unter den Einschränkungen, die der Umbau bei laufendem Betrieb mit sich bringt. Es gab einige Anlaufschwierigkeiten mit der Einführung des Richtungsbetriebes, das wollen wir nicht verschweigen. Aber nun sind wir bei einem stabilen Zustand angelangt.

Ostkreuz
Am Stand von DB Regio Nordost gab es neben der beliebten Ausflugsbroschüre „Streifzüge“ auch Seifenblasen.

Ostkreuz
Moderator Ingo Ruff (rechts) sprach mit VBB-Chefin Susanne Henckel und Bernd Arm über das Ostkreuz im VBB-Verkehrskonzept.

Ostkreuz
Verschiedene Tageszeitungen hatten Baustellenführungen mit Fachmann Andreas Kauschke von DB Projektbau verlost.
Foto: David Ulrich

Dafür hat Berlin jetzt einen modernen Bahnhof, der mit dem neuen Schriftzug an der Ringbahnhalle auch eine Sehenswürdigkeit in der Stadt ist und sicher zum begehrten Fotomotiv wird“, so der Konzernbeauftragte der DB für Berlin. Sven Heinemann, Mitglied des Abgeordnetenhauses und Autor mehrerer Eisenbahnbücher, hat sich für den auffälligen Namensschriftzug eingesetzt: „Ich finde, das hat der Bahnhof wirklich verdient. Das Ostkreuz hat einfach Kultstatus und wir haben jetzt ein neues Wahrzeichen in Berlin.“

Stündlich gab es Gesprächsrunden mit Fachleuten. Gleich morgens erläuterte Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin, die Bedeutung des Ostkreuzes für die S-Bahn Berlin: „Das Ostkreuz war vor dem Umbau als Rostkreuz bekannt, nun haben wir hier eine völlig neue Qualität. Die Ringbahnhalle, Aufzüge und Rolltreppen sind ein großer Fortschritt. Auch muss man dank des Richtungsbetriebes beim Umsteigen vom Ring auf die Stadtbahn nicht mehr raten, auf welchem Gleis der nächste Zug in Richtung Innenstadt fährt. Ich freue mich, dass die Investitionen nun den Fahrgästen zugute kommen. Wir haben hier wirklich einen Bau für Generationen.“

Auch Verkehrssenatorin Regine Günther, VBB-Chefin Susanne Henckel und weitere Experten sprachen zu verschiedenen Themen rund um das Großprojekt.

Außerhalb des Zeltes gab es ebenfalls einiges zu erleben: Viele Besucher posierten für ein Erinnerungsfoto mit dem beliebten DB-Baustellenbotschafter Max Maulwurf. Eine Ausstellung zur Geschichte des traditionsreichen Bahnhofs Ostkreuz im S-Bahnzug zog Interessierte an. Es gab auch tolle Preise zu gewinnen, zum Beispiel stündlich ein Brandenburg-Berlin-Ticket. Rundum war es ein informativer und unterhaltsamer Tag am neuen Ostkreuz.

nd

 

Besucher
Ludwig Neuenkirch (links)
Foto: David Ulrich

Auch am letzten Öffnungstag des InfoPunkts Ostkreuz war der Andrang groß und der Bürgerbeauftragte konnte noch einmal jede Menge Fragen rund um das Bauprojekt beantworten. „Ein bisschen wehmütig bin ich schon, wenn ich daran denke, dass heute der letzte Tag ist. Das war schon eine sehr komfortable Sache hier, in diesen Räumlichkeiten direkt vor Ort den Interessierten die verschiedenen Bauzustände und die Geschichte des Ostkreuzes näherzubringen.“ 

Besucher
Walter Ränker
Foto: David Ulrich

Walter Ränker, punkt 3-Leser und Bahninteressierter, sammelte fleißig Stempel an allen Stationen des Festes. Nach der absolvierten Tour konnte das vollständige Heft in eine Lostrommel geworfen werden und der Besitzer nahm somit an der Ziehung für das Gewinnspiel teil. „Ich habe in der punkt 3 von diesem Ostkreuztag gelesen. Als Bahnfan gehe ich gerne auf solche Veranstaltungen. Bisher gefällt es mir sehr gut, wenn die Bahn etwas organisiert, dann macht sie es richtig.“
 

Triebfahrzeugführer
Janek Neuendorf
Foto: David Ulrich

Janek Neuendorf, Triebfahrzeugführer bei der S-Bahn Berlin, zeigte den Besuchern seinen Arbeitsplatz: den Führerstand. „Wir möchten heute auch gerne Werbung für unseren Beruf machen und speziell über die Möglichkeit zum Quereinstieg als Lokführer mittels Bildungsgutschein vom Arbeitsamt informieren. Ich kann das nur empfehlen, Triebfahrzeugführer ist ein so schöner Beruf, ich bin immer unterwegs, sehe viele Menschen und die Veränderungen in der Stadt, das ist sehr spannend.“
 

Besucher
Siegmar Lehmann
Foto: David Ulrich

Wie viele andere, ließ Siegmar Lehmann sich die Gelegenheit nicht nehmen und nahm im Führerstand der S-Bahn Platz, seine Begleitung machte einen Schnappschuss davon. Beide zeigten sich begeistert vom Infotag und betrachteten unter anderem aufmerksam die Ausstellung im S-Bahnzug: „Wir verfolgen das Baugeschehen seit Jahren, waren öfter hier am Ostkreuz und haben auch an einigen Baustellen-Führungen teilgenommen. Es ist doch sehr interessant, was hier im Kiez passiert.“