Unternehmen | 2017/08 - 20. April, S. 4


Mit Alt-Bundespräsident und S-Bahn-Chef im Einsatz


S-Bahn-Azubis halfen in der Bahnhofmission


Linus Leißner und Steven Zahn machen bei der S-Bahn Berlin eine Ausbildung zum Industrie-
elektriker. Doch an diesem Dienstag spült Linus das Geschirr, während sein Azubi-Kollege Steven es abtrocknet. Wenige Meter von ihnen entfernt teilen der Bundespräsident a.D., Joachim Gauck, seine Lebensgefährtin Daniela Schadt und S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner Mahlzeiten an obdachlose Menschen aus.

Bahnhofmission
Alt-Bundespräsident Joachim Gauck (links) und S-Bahn-Chef Peter Buchner
halfen bei der Essensausgabe in der Bahnhofsmission. Täglich erhalten hier rund
600 Bedürftige Lebensmittel und Kleidung.
Fotos (2): André Groth

Dieser 12. April ist kein normaler Arbeitstag für alle Beteiligten, denn sie helfen in der Bahnhofsmission am Zoologischen Garten aus. Seit fünf Jahren führen die S-Bahn-Azubis einen sogenannten Servicetag durch und lernen die wichtige Arbeit der Einrichtung kennen. „Schließlich werden die Azubis, die sich für eine anschließende Zusatzausbildung zum Triebfahrzeugführer entschieden haben, in ihrem späteren Berufsleben mit Menschen aller Gesellschaftsschichten zu tun haben“, erklärt Ausbildungslokführer Andreas Splawski, der die Idee zum Servicetag im Rahmen einer Azubi-Woche hatte. Dass sie diesmal von Prominenten unterstützt werden freut alle besonders.

„Als uns Joachim Gauck noch als amtierender Bundespräsident im Dezember besucht hatte, versprach er, dies zu wiederholen“, erklärt Dieter Puhl, Leiter der Bahnhofsmission. Die S-Bahn Berlin unterstützt die Bahnhofsmission mit Spenden, wie etwa zum Abschluss ihres Jubiläumsjahres, wo S-Bahn-Chef Peter Buchner einen Scheck über 10 000 Euro für die Arbeit zur Verfügung stellen konnte.

Bahnhofsmission

Die S-Bahn-Azubis Steven Zahn (links) und Linus Leißner.

Das Engagement der Deutschen Bahn (DB), deren Tochtergesellschaft die S-Bahn Berlin ist, geht weiter. So wurden Pläne vorgestellt, wonach die DB weitere Räume für die Arbeit mit obdachlosen und ratsuchenden Menschen bereitstellen möchte.
 „Wir möchten dort allerdings nicht noch mehr Stullen schmieren und verteilen, sondern konkrete Hilfsangebote für obdachlose Menschen anbieten, damit sie wieder ein Dach über den Kopf bekommen und nicht mehr auf der Straße leben müssen“, so Dieter Puhl.

Claudia Braun