Ausflüge | 2012/13 - 05. Juli, S. 26


Wild-romantisches Odertal


Rechts und links der Oder laden Angebote des grenzüberschreitenden Naturschutzprojektes zu Entdeckungen ein. In Criewen wird naturwissenschaftlich geforscht. Das polnische Tal der Liebe zeigt sich von der romantischen Seite.


Nationalpark, das bedeutet: Hier darf Natur Natur bleiben. Der Nationalpark Unteres Odertal ist eines von nur 14 Gebieten in Deutschland, in denen die Devise „nicht eingreifen“ lautet.

Geprägt vom Kommen und Gehen des Wassers zeigt sich die einzigartige Flussaue der Oder Besuchern zu jeder Jahreszeit von einer anderen Seite. Immer hat sie dabei einen unglaublichen Artenreichtum zu bieten. Feuchtwiesen und Auwälder, trockenere Lagen mit Wiesen und Mischwäldern auf Kuppen und das Tal begrenzenden Hügeln sind Lebensraum für unterschiedlichste Pflanzen und Tiere.

Unteres Odertal
Foto: Kappest/Uckermark (tmu GmbH)

Criewen ist das Zentrum des Nationalparks. Wer mehr über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Gebiets erfahren möchte, findet im Nationalparkhaus den richtigen Anlaufpunkt. Die Ausstellung führt auf einer Zeitreise durch 10 000 Jahre Landschafts- und Besiedlungsgeschichte des Unteren Odertals.

Im 15 000 Liter fassenden Oder-Aquarium verstecken sich Steinbeißer, Stichling und Bitterling, und eine Multimedia-Schau stellt den Nationalpark aus verschiedenen Blickwinkeln vor. Vom Nationalparkhaus aus starten an fast allen Wochenenden im Jahr sachkundig geleitete Exkursionen in die Wildnis des Nationalparks.

So auch am 25. Juli im Rahmen der RegioTOUR nach Criewen, bei der ein Profi durch die Natur führt. Besonders reizvoll ist der Übergang vom gestalteten Criewener Lenné-Park in die frei wuchernde Natur zu erleben.

Romantiker spazieren ab Schwedt über die Grenze

Zwar nicht ganz unberührt, aber dafür mit rührender Vorgeschichte präsentiert sich das Tal der Liebe (Dolina Milosci)  auf der rechten, polnischen Seite der Oder zwischen Niederkränig (Krajnik Dolny) und Niedersaathen (Zaton Dolna).

Anna Sophie von Humbert machte um 1850 die Sehnsucht nach ihrem Mann, der auf einer längeren Reise war, produktiv. Sie beschäftigte sich während seiner Abwesenheit mit der Gestaltung eines Landschaftsparks. Ein Transparent mit den Worten „Willkommen im Tal, das die Liebe schuf“ empfing bei der Eröffnung nicht nur den mit dem Park beschenkten Ehemann, sondern auch die geladenen Gäste. Der Park wurde unter dem Namen „Tal der Liebe“ zur Touristenattraktion.

Nach dem Kriegsende verwilderte er jedoch zusehends und wurde erst im letzten Jahr zu neuem Leben erweckt. Verschlungene Spazierwege führen durch Buchenwälder und Obsthaine zu spektakulären Aussichtspunkten über das weite Odertal. Skulpturen, Findlinge und Fischteiche säumen wieder den Wegesrand.

Hinweistafeln informieren über die Geschichte und die Biologie des 80 Hektar großen Geländes, das von Schwedt aus zu Fuß zu erreichen ist. Einfach hinter der Grenzbrücke direkt rechts auf den Uferweg einbiegen.

Nina Dennert

Nationalpark Besucherzentrum
Park 2 OT Criewen, 16303 Schwedt/Oder
Öffnungszeiten:
1.4.-31.10., Mo-So 9-18 Uhr

www.nationalpark-unteres-odertal.de
www.unteres-odertal.de/tal_der_liebe.html

http://de.dolinamilosci.pl/

(in deutscher Sprache)

Passend dazu im Regio-Punkt:
Ferien in der Uckermark – Urlaubskatalog 2012


Fahrempfehlung (Beispiel gilt wochentags):

Mit dem RE 3 Richtung Stralsund nach Angermünde, dort weiter mit dem Bus nach Criewen oder nach Schwedt.

09.33 Uhr ab Berlin Hbf
10.26 Uhr an Angermünde
(A) Umstieg zur Buslinie 486
11.35 Uhr ab Angermünde
11.50 Uhr an Nationalparkzentrum Criewen

(B) ohne Umstieg, durchgehend
10.54 Uhr an Schwedt

Rückfahrt

(A) ohne Umstieg, durchgehend
ab 17.09 Uhr Schwedt

(B) Buslinie 486
ab 17.43 Uhr Nationalparkzentrum Criewen
an 18.01 Uhr Angermünde
ab 17.34 Uhr Angermünde
an 18.27 Uhr Berlin Hbf

 


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