Verbindungen | 2018/01 - 11. Januar, S. 10


Endlich ohne Stau zum Olympiastadion


Seit 20 Jahren fahren wieder S-Bahnen zwischen Westkreuz und Pichelsberg


Schnell und ohne Stau zum Messegelände, zum Olympiastadion und zur Waldbühne: Das machte ein Lückenschluss vor 20 Jahren, genauer am 16. Januar 1998, möglich. Nach über 17 Jahren nahm an diesem Tag die S-Bahn – damals noch mit den Linien S 5 und S 75 – zwischen Westkreuz und Pichelsberg ihren Betrieb wieder auf.

Berlins damals regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen schickte mit Kelle und Aufsichtsmütze den ersten Zug auf die Strecke. Dabei handelte es sich nicht um irgendeinen S-Bahn-Zug, sondern um das damals „jüngste Kind“ der Flotte – einen Neubauzug der Baureihe 481 in den Traditionsfarben Rot und Gelb der S-Bahn Berlin.

Außerdem wurden die rund 500 Fahrgäste unterhalten. Auf dem Bahnhof Westkreuz gab es ein Platzkonzert des Stabsmusikkorps Berlin der Bundeswehr, am Messebahnhof Eichkamp waren Aussteller der Grünen Woche in Trachten erschienen. Am Bahnhof Heerstraße grüßten Jungen und Mädchen aus dem benachbarten Kindergarten und an der Station Olympiastadion fand ein Festakt mit Ansprachen und dem Berliner Polizeiorchester statt.

Wenige Wochen später, am 31. Januar und 14. Februar 1998, konnten dort bereits Zehntausende Fußballfans zu den Hertha-Heimspielen per S-Bahn an- und abreisen. Zum Ende des Jahres, am 30. Dezember 1998, fuhr dann 18  Jahre nach der Einstellung der Strecke wieder eine S-Bahn bis nach Spandau. Damit bediente die S-Bahn Berlin wieder alle Bezirke der Hauptstadt. Der Wiederaufbau der 4,9 Kilometer langen Strecke von Pichelsdorf nach Spandau kostete damals 136 Millionen Mark.  Heute sind auf der Strecke die S-Bahn-Linien S 3 (von/nach Erkner) und S 9 (von/nach Flughafen Berlin-Schönefeld) unterwegs.

Claudia Braun
 
Lückenschluss
 
So berichtete punkt 3 in der ersten Ausgabe 1998 auf dem Titel über den Lückenschluss.