Verbindungen | 2017/21 - 09. November, S. 4


In unter vier Stunden von Berlin nach München


Fahrplanwechsel bringt Fahrzeitverkürzungen und mehr Halte in Ostkreuz


Am 10. Dezember tritt der neue Winterfahrplan 2017/2018 in Kraft. Dieser Fahrplanwechsel ist der größte in der Geschichte der Deutschen Bahn, da gleichzeitig das letzte Teilstück der neuen Schnellfahrstrecke Berlin – München (VDE 8) eröffnet wird. Renado Kropp,‎Leiter Vertrieb und Fahrplan für den Regionalbereich Ost bei der DB Netz AG, erklärt die Auswirkungen auf die Region und welche Neuerungen das Fahrplanjahr 2018 sonst noch bringt.  

Fahrplanwechsel
Foto: DB/Kai Michael Neuhold

Alles neu macht der Fahrplan am 10. Dezember?

Renado Kropp: Tatsächlich haben wir in diesem Jahr eine Menge Verbesserungen für die Fahrgäste. Mit vielen Verbindungen werden sie deutlich schneller ans Ziel kommen. Der Abschluss von zwei großen Projekten führte dazu, dass wir das Angebot an einigen Stellen völlig neu konzipieren konnten. Auch für Berlin und Brandenburg wird das damit der größte Fahrplanwechsel, seitdem wir wieder durch den Nord-Süd-Tunnel in Berlin fahren, also seit 2006.  

Renado Kropp

Renado Kropp, Leiter Vertrieb und Fahrplan für den Regionalbereich Ost bei der DB Netz AG

Was ändert sich genau?

Renado Kropp: Die Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Berlin – München und der Regionalbahnsteige in Ostkreuz bringen die meisten Neuerungen mit sich. Ab dem 10. Dezember fahren dreimal pro Tag und Richtung ICE-Sprinter in unter vier Stunden zwischen Berlin und München. Ab Potsdam, Brandenburg/Havel, Prenzlau und Frankfurt/Oder geht es dann mindestens eineinhalb Stunden schneller nach München.

Damit das möglich ist, mussten einige Anpassungen im Regionalverkehr gemacht werden. Das Projekt VDE 8, das steht für Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8, beschäftigt uns schon längere Zeit. Seit 2011 bereiten wir die Integration in den Fahrplan vor, deshalb haben wir beispielsweise vor zwei Jahren die Linienführung von RE 3 und RE 5 verändert. Im Fahrplan 2018 verschiebt sich die Abfahrt des RE 3 in Richtung Norden (Wittenberg/Falkenberg – Berlin – Stralsund) um eine Stunde, die Verlängerung nach Elsterwerda-Biehla entfällt wieder.

Bis zum Abschluss der Baumaßnahme Karower Kreuz am 31. März 2018 wird die Linie weiterhin im Berliner Hauptbahnhof geteilt. Ab April 2018 werden die Verkehrskonzepte im Nahverkehr daher nochmals angepasst.

Und was tut sich am Ostkreuz?

Renado Kropp: Hier geht der untere Regionalbahnsteig in Betrieb und Fahrgäste der Linien RE 1, RE 2, RE 7 sowie RB14 können nun auch in Ostkreuz ein-, aus- und umsteigen. Das Ostkreuz bietet als modernes Drehkreuz eine komfortable Verknüpfung von Regional- und S-Bahn-Ringverkehr. Aus dem Umland kommende Regionalexpress-Reisende mit Ziel in äußeren Stadtbezirken Berlins haben nun eine direkte Umsteigemöglichkeit zur Ringbahn. Das wird die Umsteigeknoten im Innenstadtbereich sicher entlasten und bringt auch einige Zeitvorteile. Von Cottbus nach Gesundbrunnen beispielsweise sind Sie über Ostkreuz sechs Minuten schneller als über die Friedrichstraße. Reisende von Frankfurt/Oder nach Pankow sparen mit dem Umstieg in Ostkreuz sogar 12 Minuten.   

Gibt es Neuigkeiten auf weiteren Strecken?

Renado Kropp: Das Projekt zum Ausbau der Strecke Berlin-Dresden zeigt schon mit diesem Fahrplanwechsel positive Wirkung: Mit der Inbetriebnahme der Umbauabschnitte aus der Totalsperrung im Dezember wird die Fahrt von Berlin Hauptbahnhof nach Dresden Hauptbahnhof nur noch 1 Stunde 47 Minuten dauern. Auch 2018 wird wieder fleißig gebaut wie zum Beispiel am Karower Kreuz, zwischen Oranienburg und Nassenheide und weitere. Die Maßnahmen sind natürlich in den Fahrplan eingeflossen.

Eine Übersicht der Veränderungen zum Liniennetz im S-Bahn- und Regionalverkehr zum Fahrplanwechsel wird es in der nächsten Ausgabe der punkt 3 geben.